03.01.2017

Sharon Garlough Brown

Sharon Garlough Brown Das Leben mit Gott ist eine Reise

Wie kehrt mehr Ruhe und Frieden ins Leben ein? Wie kommt man Gott mitten im Alltag näher? Es sind Fragen wie diese, bei denen geistliche Übungen eine zentrale Rolle spielen. Sharon Garlough Brown hat darüber einen Roman geschrieben. Vier Frauen schickt sie auf eine Reise zu Gott. Und den Leser gleich mit. Hier erzählt sie mehr darüber.

 

Liebe Sharon, Unterwegs mit dir ist das erste deiner Bücher, das ins Deutsche übersetzt wurde. Erzähl uns ein wenig von dir.

Mein Ehemann Jack und ich sind gemeinsam als Pastoren in der Redeemer Covenant Church in Dutton, Michigan tätig. Wir haben beide am Princeton Theological Seminary studiert und seit dem Abschluss 1994 sind wir in Gemeinden in Schottland, England und im US-Bundesstaat Oklahoma tätig gewesen. Unser Sohn David ist gerade mit der Schule fertig geworden. Als Pastorin leite ich auch viele Retraiten und Freizeiten und halte Vorträge zu den geistlichen Übungen.
 
Wie kamst du zum Schreiben?

Schon als kleines Mädchen wollte ich Buchautorin werden. Ich habe Stunden damit zugebracht, Geschichten zu schreiben und mir Theaterstücke auszudenken. Später, als Teenager, habe ich Tagebuch geschrieben und auch viele Dialoge schriftlich wiedergegeben, die ich mit Freunden oder Familienmitgliedern geführt hatte.
 
Was brachte dich auf die Idee, einen Roman zu schreiben, in dem es um geistliche Übungen und ihre Anwendung im Alltag geht?

Im Jahr 2008 leitete ich die erste Gruppe, die sich dem geistlichen Wachstum verschrieben hatte. 12 Frauen aus unserer Gemeinde nahmen teil, und gemeinsam erforschten wir verschiedene Möglichkeiten, unsere Beziehung zu Gott durch geistliche Übungen zu vertiefen. Unsere gemeinsame Zeit wurde zu einer Art „heiligem Raum“, in dem wir Gott ganz neu begegneten. Wir wuchsen zu einer ganz engen Gemeinschaft zusammen, vertrauten uns unsere Probleme und Sünden an und erlebten Gottes heilsame Liebe, Vergebung und Kraft. Auf unserem gemeinsamen Weg sahen wir ganz erstaunliche Veränderungen. Gott heilte alte Wunden, öffnete blinde Augen und setzte Gefangenes frei. Nach und nach spürte ich, dass Gott mich dazu einlud, die wahre Geschichte dieser Gruppe zu teilen, indem ich fiktive Menschen etwas ganz ähnliches in Romanform erleben ließ.

Was macht dein Buch so besonders?

Unterwegs mit dir ist ein Roman über geistliches Wachstum. Die Hauptpersonen begegnen sich bei einem Kurs über geistliche Übungen, der ihnen dabei helfen soll, die Gegenwart Gottes in ihrem Leben besser wahrzunehmen. Im Roman sind die Arbeitsblätter des Kurses abgedruckt, sodass man als Leser sozusagen ebenfalls „teilnehmen” kann. Aber die Tatsache, dass es ein Roman ist, macht den Einstieg leicht, auch für Menschen, die sich noch nie mit dem Thema befasst haben. Man kann sich darauf einlassen und mitmachen, muss es aber nicht.
 
Was war dein Ziel mit diesem Buch?

Ich hoffe natürlich darauf, dass Leser eine neue, tiefe Begegnung mit Gott haben, wenn sie sich auf die Geschichte einlassen. Ich würde mich auch freuen, wenn der Heilige Geist in ihnen den Wunsch weckt, in eine noch engere Beziehung zu Jesus zu finden. Und ich hoffe, dass das Buch auch Sehnsucht nach authentischer Gemeinschaft ohne Masken und Ängste weckt und Leute dazu bewegt, sich auf solche Beziehungen einzulassen.
 
Wie hast du die Geschichte entwickelt?

Unterwegs mit dir ist vor allem aus der Erinnerung an reale Szenen aus unseren Kursen entstanden. Ich wusste von Anfang an, dass ich vier Hauptpersonen haben wollte, die sich dort beim Kurs zum ersten Mal begegnen. Als ich anfing zu schreiben, wusste ich aber noch nichts über diese Vier und hatte auch keinen bestimmten Handlungsverlauf im Kopf. Stattdessen habe ich Gott gebeten, mir etwas zu zeigen, was in der Kindheit der vier Frauen geschehen war, sodass ich ein Gefühl dafür bekommen würde, womit sie als Erwachsene zu kämpfen hatten. Das Buch zu schreiben war ein Prozess des Hinhörens und Betens.
 
Was war der schwierigste Teil?

Wahrscheinlich das Warten darauf, dass ich endlich bereit war, es zu schreiben. So lange hatte ich schon ein Buch schreiben wollen, aber ich musste warten, bis Gott fand, dass die Zeit gekommen war: „Jetzt ist es soweit. Bring dein Buch zur Welt!“ Die Wartezeit war wichtig und fruchtbar, und ohne diese Vorbereitung im Gebet und Zuhören wäre es nicht gegangen, aber es waren schon sehr lange Jahre und manchmal auch frustrierend. Als ich aber einmal die Idee im Kopf und grünes Licht von Gott hatte, ging es ganz schnell.
 
Welchen Rat würdest du jemandem geben, der auch einen großen Traum hegt wie du, den vom Schreiben?

Bete. Bitte Gott darum, dass er die Begabungen an die Oberfläche bringt, die er in dich hineingelegt hat. Höre hin. Warte. Antworte. Suche dir Unterstützer und Ermutiger. Vertraue. Lass es los. Und genieße die Reise!

Das Interview wurde mit freundlicher Genehmigung der Webseite von Suzanne Woods Fisher entnommen (suzannewoodsfisher.com)

© Gerth Medien 2017

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