Der Sommer danach (Buch - Gebunden)

Roman

5 Sterne

Potsdam, 1945: Der Krieg ist vorbei, als Karla die Britin „Moneypenny“ kennenlernt, die sie in gefährliche Heimlichkeiten verstrickt. Karlas Kampf gegen Hunger und Einsamkeit sowie ihre verbotene Liebe zu einem Briten sind bei Weitem nicht die größten Herausforderungen, denen sie begegnet.

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Artikelinformationen

Artikelbeschreibung

Potsdam, 1945: Die Welt blickt auf "Die Großen Drei" und ihre zukunftsweisenden Beschlüsse für Nachkriegsdeutschland. In dieser Zeit macht sich Karla, eine junge Deutsche, die vor den Trümmern ihres Lebens steht, auf die Suche nach ihrer eigenen hoffnungsfrohen Zukunft. Dabei lernt sie Joan Bright kennen, eine außergewöhnliche Britin mit dem Spitznamen "Moneypenny" , mit der sie innerhalb kürzester Zeit eine tiefe Freundschaft verbindet - die sie im sowjetischen Sektor aber auch in gefährliche Heimlichkeiten verstrickt. Karlas Frage, was aus ihren als vermisst geltenden Brüdern wurde, ihr Kampf gegen Hunger und Einsamkeit sowie ihre verbotene Liebe zu einem Briten sind somit bei Weitem nicht die größten Herausforderungen, denen sich die junge Frau stellen muss ...

Eine berührende Geschichte mit vielschichtigen Charakteren, gründlich recherchierten historischen Zusammenhängen und einem ordentlichen Schuss Romantik, die ein wichtiges Kapitel deutscher Geschichte lebendig werden lässt.

Das Projekt wurde gefördert durch ein Stipendium des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

 

Stimmen zum Produkt
  • 5 5
    Gießener Zeitung:
    Ein empfehlenswerter, fesselnder historischer Roman, der die erste Zeit nach der Kapitulation eindrucksvoll wiedergibt und auch die Schuldfrage anspricht.

    Carolin Kilian, Lektorin:
    Ein großartiger, wichtiger und gut recherchierter Roman, der eindrucksvoll zeigt, dass selbst die dunkelsten Kapitel in unserem Leben heller werden, wenn wir die Hoffnung nicht aufgeben und darauf vertrauen, dass Gott uns in seiner starken Hand hält.

    Magazin Neues Leben:
    Jede Menge geschichtliche Fakten und moralische Fragen. Gerade jetzt ist dieser leider so grausam aktuelle Roman ein mahnender Ruf nach Besinnung.
Zusatzinformationen
  • ISBN: 9783957348432
  • Auflage: 21.02.2022
  • Seitenzahl: 432 S.
  • Maße: 13,5 x 21,5 x 3,4 cm
  • Gewicht: 661g
  • Preisbindung: Ja
  • Sachgebiet: Erzählungen/Romane

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Bewertungen

  • 4/5 Sterne

    Der Roman "Der Sommer danach" von Elisabeth Büchle spielt in der spannenden Zeit unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg und veranschaulicht, wie sich die Taktiken der vier großen Siegermächte in den sich bereits abzeichnenden Ost-West Konflikten auf das besiegte Nachkriegsdeutschland auswirken.
    Karla wird von einem Sowjet angegriffen. In ihrer größten Not kommt ihr die Britin Joan und der Elektriker Ray zur Hilfe. Joan sucht eine Kraft als Übersetzerin und bietet ihr diesen Job für die bevorstehende Potsdamer Konferenz an, bei der sich die Siegermächte treffen. Bei dieser Gelegenheit soll sie jedoch auch die Sowjets aushorchen.
    Karlas Wunsch ist es so schnell wie möglich ihre Geschwister, die während des Krieges verschwunden sind, zu finden, wobei all ihr Mut und ihr großes Herz nötig ist. Wird sie es durch ihre Intelligenz schaffen die gesteckten Ziele zu erreichen?
     Ich schätze Elsabeth Büchles Werke sehr und freue mich jedesmal auf ihre Neuerscheinungen. Der Roman "Der Sommer danach" ist diesmal thematisch und auch stilistisch etwas anders angelegt und fokussiert sich offensichtlich mehr auf die politischen Turbulenzen der unmittelbaren Nachkriegszeit, wobei recht ausführliche Erklärungen in den Text einfließen. Durch die sicherlich ausgezeichnete Recherchearbeit der Autorin leidet möglicherweise die Dynamik des Romans etwas, weil die intensiven Darstellungen der Sachverhalte natürlich ihren Raum fordern.
    Die ausführenden Charaktere treten vor der gewaltigen Fülle historisch-politischer Ausführungen daher etwas in den Hintergrund, was es dem Leser das mitfühlen und einfühlen in die Persönlichkeiten der Protagonisten etwas erschwert. Dennoch gibt es auch in diesem Roman Passagen, die emotional sehr berührend sind. So ist Karlas kleiner Bruder Mattis zu nennen, der mir sehr ans Herz wuchs, zumal er im Krieg eine Störung erlitt. Dass er in Ray einen sehr guten Freund gefunden hat berührte mich sehr.
    Interessante Themen wie "Geisterkinder", Konzentrationslager und Trümmerfelder erscheinen schlaglichtartig vor einer düsteren Atmosphäre. So erleben wir die Protagonisten in der furchtbaren Welt dieser zerrissenen Zeit - keine leichte Kost!
    Ich bin mir sicher, dass dieser historisch-politisch interessante Roman viele Leser faszinieren wird, die sich für die unmittelbare Nachkriegszeit des Zweiten Weltkriegs interessieren.
  • 4/5 Sterne

    „… mir gefällt nicht, wie dieses Land in einen östlichen und einen westlichen Teil zu zerfallen droht. Auch wenn es nur eine Trennung im Hinblick auf die anstehenden Reparationszahlungen ist, so sehe ich doch einen Graben. Hervorgerufen durch das Misstrauen auf beiden Seiten, durch unterschiedliche politische Systeme und das Tauziehen der Siegermächte untereinander.“ … „Berlin ist wie eine schutzlose kleine Insel, umtost vom stürmischen sowjetischen Ozean.“ (S. 331)
    Nicht unweit des „stürmischen Ozeans“, in Potsdam, versucht die gerade mal Anfang Zwanzigjährige Karla sich in den Trümmern des Kriegs ein neues Leben aufzubauen. Eine weniger schöne Begebenheit führt sie mit der Britin Joan Bright und deren „Kollegen“ Ray zusammen. Beide gehören zu Churchills Vorhut und bereiten alles für die Verhandlungen der Siegermächte in Babelsberg vor. Dass Karla sowohl Russisch als auch Englisch spricht, kommt Joan sehr gelegen. Denn trotz des gemeinsamen Sieges über Deutschland traut man den anderen nicht so recht über den Weg. Könnte die eine Siegermacht die andere übervorteilen? Joans Augenmerk liegt ganz besonders auf Stalin. Und Karlas Tätigkeitsfeld umfasst schon bald mehr als das Übersetzen.
    Mit Karla hat Elisabeth Büchle eine Romanfigur geschaffen, die zu Beginn des zweiten Weltkriegs noch sehr jung war und das, was um sie herum geschah und sich anbahnte, nicht richtig verstehen konnte. Erst sehr spät wird sie mit der grauenhaften Erkenntnis konfrontiert, was mit den jüdischen Mitmenschen, ihren Kindheitsfreunden, geschah. Joan und Ray können anfangs gar nicht nachvollziehen, wie Karla nichts davon mitbekommen konnte – aber Elisabeth Büchle hat es tatsächlich geschafft, dass ihre Protagonistin eine Unwissende sein konnte. Wie und warum verrate ich natürlich nicht.
    Durch die drei wechselnden Erzählperspektiven erlebt man hautnah die Hintergründe dieser Verhandlungen mit, welche durch persönliche Erfahrungen Karlas und familiäre Herausforderungen noch aufgewertet werden. Da in meinem Geschichtsunterricht dieses Nachkriegsthema nur ganz am Rande gestreift wurde, war es für mich äußerst interessant, die Hintergründe in Form eines Romans näher kennenzulernen. Es war auch leider wieder erschreckend aktuell aufgrund des Ukraine-Krieges und hat mir noch mal ein etwas besseres Verständnis dazu vermittelt.
    Ich habe mir viele bedeutsame Sätze in diesem Buch markiert, weil sie einerseits sehr viele tiefe Wahrheiten aussprechen und andererseits zum aktuellen Zeitgeschehen passen: „Mit einer Bombe zu drohen, während man versucht, gemeinsam eine friedliche neue Weltordnung zu schaffen, halte ich für kontraproduktiv.“ (S. 230) Dieser Satz ist zu jenem Zeitpunkt allerdings auf die Amerikaner gemünzt …
    Einen Großteil der Handlung konnte ich gut lesen, mich hineinvertiefen. Spannung und Romantik haben genau die richtige Mischung und sorgen für Abwechslung von Passagen, die sich für mich eher wie ein Geschichtsbuch lasen. Das ist auch mein einziges Manko – allerdings hätte ich keine Idee, wie man das anders oder besser hätte schreiben können.
  • 3/5 Sterne

    Super recherchiert, aber zu viel Politik und zu wenig Roman

    Der erste Sommer nach Kriegsende. Deutschland liegt in Trümmern und die vier großen Mächte entscheiden was nun mit dem Land geschieht. Die Deutsche Karla ist auf der Suche nach ihren Geschwistern, als sie von der Engländerin Joan gerettet wird und bei ihr eine Anstellung findet. Dieser ist aber gefährlicher als gedacht, denn sie soll die Sowjets aushorchen.
    „Der Sommer danach“ ist unheimlich gut recherchiert. Leider wurde ich mit der Geschichte nicht so richtig warm. Ich finde das Thema der Nachkriegszeit wirklich interessant aber die politischen Erklärungen waren mir oft zu lang und das Kennenlernen der einzelnen Charaktere zu kurz. Vielleicht lag es aber auch daran, dass es einfach ein sehr düsteres Jahr war, was sich natürlich auch im Buch widerspiegelt. Denn Elisabeth Büchle kann unheimlich gut mit ihren Worten Bilder erschaffen. Wenn diese aber dann Trümmerfelder oder KZ Bilder sind, kann das schon sehr bedrückend sein. Kein leichtes Buch für zwischendurch.
    Wer sich aber sehr für die Politische Nachkriegszeit interessiert, dem könnte das Buch durchaus gut gefallen.
  • 5/5 Sterne

    Ein bedeutungsvoller Sommer für Deutschland
    Ein Titel, der gleichzeitig zu der Frage führt, um welchen Sommer es sich handeln mag und was sich zuvor ereignet haben könnte. Ein Titel der neugierig macht und bereits nach wenigen Seiten enthüllt, um welchen Zeitrahmen es sich handelt: um die Sommermonate, die dem Ende des Zweiten Weltkriegs folgen. Eine Zeit, die dem normalen und gewohnten Jahreszeitenwechsel entspricht und doch auch eine Zeit des Neubeginns, aufbauend auf den Trümmern der vergangenen Kriegsjahre.
    In einem sehr persönlichen Vorwort der Autorin eröffnen sich ihre Beweggründe für die Thematik eines hervorragend recherchierten Romans, wobei man sich in vielen Ausführungen mit eigenen Gedanken und Fragen wiederfindet.
    Der Roman beginnt zwar in den zwanziger Jahren des 21. Jahrhunderts, in dem die weit über 90jährige Karla ihre Mitte Zwanzigjährige Urenkelin Lisa zu einem Ausflug in das heutige Berlin einlädt. Um sie dann an ihren ganz persönlichen Erfahrungen in jenem Sommer teilhaben zu lassen, ein Stück ge- und erlebte Familiengeschichte.
    Karla ist als junge Frau nach Kriegsende in Berlin auf der Suche nach ihren beiden Brüdern, wobei Konrad, der Ältere, als Pilot eines Kampfflugzeugs während des Krieges spurlos verschwunden ist und von dem kleinen Mattis, ebenfalls wie sie, ihre Mutter und Schwester, Opfer von Sippenhaft, keine Spur zu finden ist.
    Gerettet aus einer lebensbedrohlichen Situation, verursacht durch einen russischen Soldaten, eröffnet sich für Karla die Möglichkeit, als Dolmetscherin für die englische Delegation an der s.g. Berliner Konferenz der Alliierten im Potsdamer Schloss Cecilienhof teilzunehmen.
    Getragen von dieser realen Rahmenhandlung der Berliner Konferenz gelingt es der Autorin vor allem mit Hilfe der Charaktere von Karla, dem englischen Ingenieur Ray und Joan, ebenfalls Engländerin und zuständig für die Betreuung der englischen Delegation, bald 80 Jahre nach Kriegsende diesen bedeutsamen Sommer 1945 neu mit Leben zu füllen.
    Auch wenn der Fokus auf den Vorbereitungen, der Durchführung und dem Ergebnis dieser Konferenz liegen, so finden weitere Aspekte des geschilderten Zeitabschnitts und auch der vorhergehenden Kriegsjahre eine teilweise beklemmende Berücksichtigung:
    Ray, der noch immer unter den Erlebnissen im Zusammenhang mit der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen leidet und allen Deutschen mehr als kritisch gegenübersteht. Joan, überaus geschickt im Zusammentragen von Informationen, die von nicht unerheblicher Bedeutung für die eigene Delegation sind. Und Karla, die nicht nur die Hinrichtung ihres Vaters und die anschließende, teilweise lebensbedrohliche, Sippenhaft verarbeiten muss sondern sich auch immer wieder mit den Vorurteilen von Deutschen ihr, der Tochter eines "Verräters" gegenüber, konfrontiert sieht.
    Insbesondere mit Hilfe der Charaktere von Karla und Joan wird die Bedeutung und der Verlauf dieser für das gesamte Deutschland bzw. die Bevölkerung überaus wichtige Konferenz sehr transparent, authentisch, vor allem aber überaus verständlich und nachvollziehbar dargestellt. Nicht nur, dass die Erwartungen, Forderungen und auch Befindlichkeiten der einzelnen Siegermächte durch eine unerwartet leichte und doch auf Grund des vermittelten Inhalts umso beklemmendere Schreibweise in ihren Bann ziehen – auch wenn die realen Ereignisse bereits Jahrzehnte zurückliegen! Sondern es fällt auch sehr leicht, sich mit den Gedanken, Fragen und Diskussionsbeiträgen von Karla beim Lesen zu identifizieren. Da erhält so manche ganz persönliche Frage im Roman überraschenderweise eine überzeugende Antwort, wobei die hervorragenden Recherchen der Autorin der gesamten Handlung Glaubwürdigkeit verleihen.
    Erwähnenswert ist allerdings auch die Charakterisierung der wichtigsten realen Konferenzteilnehmer: Churchill, Truman und Stalin. Wobei auch die in diesem Zeitrahmen stattfindenden Wahlen in England, die letztendlich zum Sieg von Attlee führten, gerade im Hinblick auf die Persönlichkeit Churchills mit sehr großem Einfühlungsvermögen und Verständnis eine ganz besondere Berücksichtigung finden.
    Ein Roman, der nicht nur zu einem spannenden Ausflug in eine fiktive Romanhandlung, sondern auf eine sehr verständliche, aber ebenfalls spannende Weise die ganze Dimension dieser Konferenz für Deutschland aufzeigt.
    Nie war Politik so interessant und spannend – dank der hervorragenden und überzeugenden Kombination mit einer fesselnden Romanhandlung.
    Ein großer Dank an die Autorin für eine aufschlussreiche und sehr informative Geschichtsstunde. Mit Hintergrundinformationen, die auf umfangreiche Recherchen schließen lassen.
  • 5/5 Sterne

    Ein bedeutungsvoller Sommer für Deutschland

    Ein Titel, der gleichzeitig zu der Frage führt, um welchen Sommer es sich handeln mag und was sich zuvor ereignet haben könnte. Ein Titel der neugierig macht und bereits nach wenigen Seiten enthüllt, um welchen Zeitrahmen es sich handelt: um die Sommermonate, die dem Ende des Zweiten Weltkriegs folgen. Eine Zeit, die dem normalen und gewohnten Jahreszeitenwechsel entspricht und doch auch eine Zeit des Neubeginns, aufbauend auf den Trümmern der vergangenen Kriegsjahre.
    In einem sehr persönlichen Vorwort der Autorin eröffnen sich ihre Beweggründe für die Thematik eines hervorragend recherchierten Romans, wobei man sich in vielen Ausführungen mit eigenen Gedanken und Fragen wiederfindet.
    Der Roman beginnt zwar in den zwanziger Jahren des 21. Jahrhunderts, in dem die weit über 90jährige Karla ihre Mitte Zwanzigjährige Urenkelin Lisa zu einem Ausflug in das heutige Berlin einlädt. Um sie dann an ihren ganz persönlichen Erfahrungen in jenem Sommer teilhaben zu lassen, ein Stück ge- und erlebte Familiengeschichte.
    Karla ist als junge Frau nach Kriegsende in Berlin auf der Suche nach ihren beiden Brüdern, wobei Konrad, der Ältere, als Pilot eines Kampfflugzeugs während des Krieges spurlos verschwunden ist und von dem kleinen Mattis, ebenfalls wie sie, ihre Mutter und Schwester, Opfer von Sippenhaft, keine Spur zu finden ist.
    Gerettet aus einer lebensbedrohlichen Situation, verursacht durch einen russischen Soldaten, eröffnet sich für Karla die Möglichkeit, als Dolmetscherin für die englische Delegation an der s.g. Berliner Konferenz der Alliierten im Potsdamer Schloss Cecilienhof teilzunehmen.
    Getragen von dieser realen Rahmenhandlung der Berliner Konferenz gelingt es der Autorin vor allem mit Hilfe der Charaktere von Karla, dem englischen Ingenieur Ray und Joan, ebenfalls Engländerin und zuständig für die Betreuung der englischen Delegation, bald 80 Jahre nach Kriegsende diesen bedeutsamen Sommer 1945 neu mit Leben zu füllen.
    Auch wenn der Fokus auf den Vorbereitungen, der Durchführung und dem Ergebnis dieser Konferenz liegen, so finden weitere Aspekte des geschilderten Zeitabschnitts und auch der vorhergehenden Kriegsjahre eine teilweise beklemmende Berücksichtigung:
    Ray, der noch immer unter den Erlebnissen im Zusammenhang mit der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen leidet und allen Deutschen mehr als kritisch gegenübersteht. Joan, überaus geschickt im Zusammentragen von Informationen, die von nicht unerheblicher Bedeutung für die eigene Delegation sind. Und Karla, die nicht nur die Hinrichtung ihres Vaters und die anschließende, teilweise lebensbedrohliche, Sippenhaft verarbeiten muss sondern sich auch immer wieder mit den Vorurteilen von Deutschen ihr, der Tochter eines "Verräters" gegenüber, konfrontiert sieht.
    Insbesondere mit Hilfe der Charaktere von Karla und Joan wird die Bedeutung und der Verlauf dieser für das gesamte Deutschland bzw. die Bevölkerung überaus wichtige Konferenz sehr transparent, authentisch, vor allem aber überaus verständlich und nachvollziehbar dargestellt. Nicht nur, dass die Erwartungen, Forderungen und auch Befindlichkeiten der einzelnen Siegermächte durch eine unerwartet leichte und doch auf Grund des vermittelten Inhalts umso beklemmendere Schreibweise in ihren Bann ziehen – auch wenn die realen Ereignisse bereits Jahrzehnte zurückliegen! Sondern es fällt auch sehr leicht, sich mit den Gedanken, Fragen und Diskussionsbeiträgen von Karla beim Lesen zu identifizieren. Da erhält so manche ganz persönliche Frage im Roman überraschenderweise eine überzeugende Antwort, wobei die hervorragenden Recherchen der Autorin der gesamten Handlung Glaubwürdigkeit verleihen.
    Erwähnenswert ist allerdings auch die Charakterisierung der wichtigsten realen Konferenzteilnehmer: Churchill, Truman und Stalin. Wobei auch die in diesem Zeitrahmen stattfindenden Wahlen in England, die letztendlich zum Sieg von Attlee führten, gerade im Hinblick auf die Persönlichkeit Churchills mit sehr großem Einfühlungsvermögen und Verständnis eine ganz besondere Berücksichtigung finden.
    Ein Roman, der nicht nur zu einem spannenden Ausflug in eine fiktive Romanhandlung, sondern auf eine sehr verständliche, aber ebenfalls spannende Weise die ganze Dimension dieser Konferenz für Deutschland aufzeigt.
    Nie war Politik so interessant und spannend – dank der hervorragenden und überzeugenden Kombination mit einer fesselnden Romanhandlung.
    Ein großer Dank an die Autorin für eine aufschlussreiche und sehr informative Geschichtsstunde. Mit Hintergrundinformationen, die auf umfangreiche Recherchen schließen lassen.
  • 5/5 Sterne

    Direkt danach
    Nämlich nach dem Zweiten Weltkrieg. Als Deutschland noch völlig ungeordnet war und jeder sich die dicksten Brocken schnappen wollte. Naja, eigentlich wollte das nur Stalin - nämlich von dem, was gar nicht mehr da war. Denn in der Sowjetunion war noch weniger vorhanden und er gab den Nazis die Schuld. Die sie zweifelsohne auch trugen, keine Frage. Aber eben nicht nur - denn schon vorher war die Sowjetunion alles andere als ein wohlhabender Staat.
    Die anderen Siegermächte hatten einen völlig anderen Zugang zum Neuanfang in Deutschland: ihnen war klar, dass Deutschlands nichts zu geben hatte. Außer Land und davon wollten zumindest Großbritannien und die USA nichts abhaben.
    Das sind nur die gröbsten der Rahmenbedingungen, unter denen die Potsdamer Konferenz startete - die Westmächte hatten wegen der Regierungswechsel und der Schwäche Frankreichs, das gerade erst dabei war, sich von der jahrelangen deutschen Besatzung zu erholen, nicht gerade den Joker in der Hand.
    In dieses Szenario bettet Elisabeth Büchle den vorliegenden Roman, in dem es um die Liebesgeschichte einer Deutschen, die alles verloren hat und eines Engländers geht.
    Ein sehr gelungener Roman - ich kann mir gar nicht vorstellen, wie akribisch die Autorin recherchiert haben muss, um das vorliegende Werk zu erschaffen.
    Ein absolut lesenswertes Meisterwerk, das jeder lesen sollte, der neue Deutsche Geschichte in Romanform mag!
  • 4/5 Sterne

    Beim „Der Sommer danach“ erzählt Elisabeth Büchle von Potsdam direkt nach dem Krieg 1945. Hier entscheiden die drei Grossmächte über die Zukunft Deutschlands. Neben den historischen Tatsachen wird auch die Geschichte der jungen Deutschen Karla erzählt, die durch Zufall eine Anstellung durch die Britin Joan erhält. So ist sie ganz nah am Geschehen dran und erlebt vieles hautnah mit. Gleichzeitig verliebt sie sich in einen Briten, was zur damaligen Zeit problematisch ist. Ich will nicht näher auf die Ereignisse eingehen, das sollte jeder selbst lesen.
    Der Schreibstil ist sehr angenehm, der Roman leicht lesbar. Ich fand den historischen Teil sehr interessant, bin aber leider mit den Protagonisten nicht so richtig warm geworden. Ich kann nicht genau ausmachen, warum das so ist, denn der Roman bietet eigentlich alles was solch eine Geschichte braucht.
  • 5/5 Sterne

    Historischer Liebesroman zur Zeit der Potsdamer Konferenz Sommer 1945
    Auf einer gemeinsamen Reise in die Vergangenheit erzählt die 94 jährige Urgrossmutter ihrer Enkelin Nina aus ihrer Kindheit als Geisterkind und den wirren Jahren im Nachkriegsdeutschland:
    Schauplatz der Geschichte ist Schloss Charlottenburg in Potsdam. Karla hat durch den Krieg sehr viel verloren und begegnet auf der Suche nach ihrer Familie Joan Bright, einer britischen Sonderbeauftragten. Durch sie bekommt sie eine Arbeitsstelle und erlebt die Verhandlungen der Siegermächte, ihre Gespräche, Ziele und Entscheidungen im Juli 1945. Der Leser bekommt Einblick in die Zeit der Aufteilung Deutschlands, bis hin zu den Nürnberger Prozessen und ins Nachkriegsdeutschland, einer Zeit voller Zerissenheit zwischen Not, Trauer, Wut, Verletzungen, Bitterkeit, Mut und Hoffnung. Bedingt durch den Zeitpunkt der Geschichte prallt sehr viel aufeinander. Diese Spannung ist beim Lesen sehr gut zu spüren.
    In Karla lernen wir eine Frau kennen, die sehr viel Schweres erlebt hat und gleich zu Beginn des Buches noch mehr Gewalt erlebt. Je besser wir sie kennenlernen, um so deutlicher kommt ihre Stärke, ihre Bildung, ihre Vielseitigkeit, ihre Gewandtheit zum Ausdruck. Eine bemerkenswerte sympathische Person. Sie verliebt sich in Ray, einen Briten, eine Liebe ohne Hoffnung, zu einer Zeit als Liebe zwischen diesen Ländern verboten war. Erist sehr sympathisch und gleichzeitig erschüttert vom Schrecken des Unvorstellbaren. Ein sehr mitfühlender verantwortungsbewusster Zeitgenosse und verwirrt von seinen Gefühlen.
    Elisabeth Büchle hat einen sehr bildlichen Sprachstil und lässt die damalige Zeit lebendig werden. Amüsiert habe ich mich über die Beschreibung von Joan. Besonders "Sonnentau" fand ich eine sehr interessante Charakterbeschreibung. In Ihr steckt eine unglaubliche Energie.
    Ein absolut empfehlenswertes Buch, tiefgründige Zeitgeschichte in einen historischen Liebesroman verpackt.
  • 5/5 Sterne

    historischer Liebesroman zur Zeit der Potsdamer Konferenz Sommer 1945

    Auf einer gemeinsamen Reise in die Vergangenheit erzählt die 94 jährige Urgrossmutter ihrer Enkelin Nina aus ihrer Kindheit als Geisterkind und den wirren Jahren im Nachkriegsdeutschland:
    Schauplatz der Geschichte ist Schloss Charlottenburg in Potsdam. Karla hat durch den Krieg sehr viel verloren und begegnet auf der Suche nach ihrer Familie Joan Bright, einer britischen Sonderbeauftragten. Durch sie bekommt sie eine Arbeitsstelle und erlebt die Verhandlungen der Siegermächte, ihre Gespräche, Ziele und Entscheidungen im Juli 1945. Der Leser bekommt Einblick in die Zeit der Aufteilung Deutschlands, bis hin zu den Nürnberger Prozessen und ins Nachkriegsdeutschland, einer Zeit voller Zerissenheit zwischen Not, Trauer, Wut, Verletzungen, Bitterkeit, Mut und Hoffnung. Bedingt durch den Zeitpunkt der Geschichte prallt sehr viel aufeinander. Diese Spannung ist beim Lesen sehr gut zu spüren.
    In Karla lernen wir eine Frau kennen, die sehr viel Schweres erlebt hat und gleich zu Beginn des Buches noch mehr Gewalt erlebt. Je besser wir sie kennenlernen, um so deutlicher kommt ihre Stärke, ihre Bildung, ihre Vielseitigkeit, ihre Gewandtheit zum Ausdruck. Eine bemerkenswerte sympathische Person. Sie verliebt sich in Ray, einen Briten, eine Liebe ohne Hoffnung, zu einer Zeit als Liebe zwischen diesen Ländern verboten war. Erist sehr sympathisch und gleichzeitig erschüttert vom Schrecken des Unvorstellbaren. Ein sehr mitfühlender verantwortungsbewusster Zeitgenosse und verwirrt von seinen Gefühlen.
    Elisabeth Büchle hat einen sehr bildlichen Sprachstil und lässt die damalige Zeit lebendig werden. Amüsiert habe ich mich über die Beschreibung von Joan. Besonders "Sonnentau" fand ich eine sehr interessante Charakterbeschreibung. In Ihr steckt eine unglaubliche Energie.
    Ein absolut empfehlenswertes Buch, tiefgründige Zeitgeschichte in einen historischen Liebesroman verpackt.
  • 5/5 Sterne

    EINE NEUE ORDNUNG.
    Im Juli 1945 sind die Kriegshandlungen in Europa zwar eingestellt worden. Selbst nachdem nicht mehr gekämpft wird, bleibt das Leben in Deutschland gefährlich. Die große Frage, wie wird das Leben zukünftig aussehen? Wird das Land komplett von der Landkarte radiert? Was wollen die Sieger?
    Noch ist keine endgültige Entscheidung wegen des besiegten Deutschland getroffen worden. Die Interessen der Alliierten sind sehr unterschiedlich und das Verhältnis untereinander ist geprägt von Misstrauen. Verbündete oder Feinde? Fremde oder Freunde? Während der Potsdamer Konferenz sollen die Weichen gestellt werden. Die Welt steht am Scheideweg.
    Die Deutsche Karla ist mittendrin. Wie gut, dass ausgerechnet Joan und Ray, die der britischen Delegation angehören, Karla aus einer misslichen Lage befreit haben. So bekommt sie ganz unverhofft eine Chance. Mit Karla erlebt der Leser hautnah den täglichen Wahnsinn. Für ihr Land, vor allem für ihre Familie ist Karla bereit, alles zu riskieren. Für eine bessere Zukunft.
    Ein bewegender Roman, der mir sehr gut gefallen hat. Man fühlt sich wirklich in die schreckliche Zeit zurück versetzt. Wieder einmal wird klar, dass der Krieg nur Verlierer kennt, selbst wenn man auf dem Papier der Sieger ist. Da gibt es wohl keinen, der nicht irgendjemand verloren hat. Die Menschen mussten viel Leid und Elend sehen, da kann es einem schon auch einmal die Sprache verschlagen im wahrsten Sinne des Wortes. Und doch war wohl auch bei vielen der Wille zum Überleben stark ausgeprägt. Aufgeben scheint keine Option, zumindest nicht für Karla. Eine wirklich fordernde Zeit. Und eine Forderung bleibt nach wie vor bestehen: NIEMALS VERGESSEN. Damit sich solche schrecklichen Dinge hoffentlich niemals wiederholen können.
  • 5/5 Sterne

    „Geisterkinder“ und „Moneypenny“ – was haben denn diese Begriffe mit dem Leben ihrer Urgroßmutter Karla zu tun? Die junge Nina ist verwirrt und so beginnt die rüstige alte Dame, die eine lange Zeit ihres Lebens in England verbracht hat, aus ihrem bewegten Leben, das im Sommer 1945 eine dramatische Wende erfahren hat, zu erzählen.
    Es ist die Zeit als die Siegermächte, die „Großen Drei“, im Schloss Cecilienhof in Potsdam zusammenkommen, um über das weitere Schicksal Deutschlands zu beraten. Trümmer, Leid, Not und Hunger sind allgegenwärtig. Vorurteile und Hass begleiten die Menschen aller Nationen.
    Dieses dunkle Kapitel der deutschen Geschichte hat Elisabeth Büchle in ihrem Roman „Der Sommer danach“ aufgeschlagen und mit einem Schuss Romantik versehen. Durch ihre akribische Recherche der Potsdamer Ereignisse, verknüpft mit der bittersüßen Lebensgeschichte der jungen Karla, ist ihr ein äußerst lesenswertes Buch gelungen. Es ist informativ, spannend, traurig und hoffnungsvoll zugleich. Weiterhin gibt es Impulse zum Nachdenken, wie die Frage nach Schuld oder der Art und Weise, in der sich Gott den Menschen zeigt. Wer sich darauf einlassen kann, wird einiges an Bereicherung erfahren.
    Zudem ist Elisabeth Büchle eine großartige bildhafte Erzählerin. Ich mag solche Sätze wie z.B.: „Tränen, gleich glitzernden, von der Abendsonne beschienenen Edelsteinen, rollten ihr über die Wangen und tropften auf den Boden, wo die ausgedörrte Erde sie sogleich verschlang, als hätte es sie nie gegeben.“ (s. 108), sehr.
    Ein Nachwort zu den historischen Personen sowie Endnoten runden das Buch ab.
    Die gelungene Mischung aus Historie und Fiktion in diesem Roman hat mir sehr gut gefallen und ich wünsche Elisabeth Büchle noch viele, viele begeisterte Leser!
  • 5/5 Sterne

    Der Sommer danach erzählt eine Geschichte von einer mutigen, starken jungen Frau vom Sommer 1945.
    Über den Inhalt möchte ich nicht viel berichten, denn ich bin der Meinung, dass jeder, der diese Art von historischen Romanen liebt, es selbst herausfinden sollte.
    Elisabeth Büchle schreibt angenehm, verständlich, fesselt den Leser und man kann sich bildlich alles sehr gut vorstellen. Mit Tiefe und Gefühl, hervorragender Recherche bekommt eine Lektüre zu lesen, die von den Großen Drei berichtet und von einem Miteinander, sowie gegeneinander zwischen britischen, deutschen und sowjetischen Landsleuten. Klara, die nach Gefangenschaft von Ray und Joan gerettet wird, wird von Joan angeheuert, als Dolmetscherin für die Briten zu arbeiten. Es entwickelt sich eine Freundschaft und Liebe, aber ob das gut gegen kann?
    Karlas Mutter Ingeborg und Schwester Mathilde sind vereint, aber werden sie auch wieder den kleinen Mattis und großen Bruder Konrad lebend finden?
    Wie sieht die Zukunft aus? Begibt sich Karla durch ihre Arbeit in Gefahr? Selbst von den eigenen Landsleuten wird sie teilweise gehasst. Warum? Tja, das verrate ich nicht.
    Für mich ein historischer Roman, mit Mehrwert und Tiefe, starken und eindrucksvollen Charakteren, politischen Einblicke in die damalige Zeit durch sehr gute Recherche der Autorin. Zum Nachdenken anregend. Fesselnd, spannend, interessant. Von mir gibt es 5 Sterne und es ist ein Buch Highlight für mich.
  • 5/5 Sterne

    Großartige Erzählung vor dem Hintergrund der Potsdamer Konferenz. Absolut empfehlenswert!

    Wie kaum ein anderer Autor bzw. eine andere Autorin schafft es die Elisabeth Büchle historische Fakten lebendig in eine Romanform zu bringen. So auch in ihrem neuen Buch „Der Sommer danach“.

    Die Welt liegt in Trümmern. Es ist der Sommer 1945 als Karla auf der Suche nach einer Arbeit ist, um ihre Mutter und ihre Schwester zu unterstützen. Ihre beiden Brüder sind noch im Nachkriegswirrwarr verschwunden. Durch einen entsetzlichen Überfall lernt Karla die Britin Joan Bright kennen, die ihr eine Arbeit und somit eine Zukunft anbietet. Doch für die Besetzungsmacht zu arbeiten, schafft auch Feinde und von denen hat Karla schon genug.
    Wird die Arbeit und somit die indirekte Teilnahme an der Potsdamer Konferenz eine Wende in Karlas Leben und für Deutschland bringen? Und ist Joan Bright diejenige, die sie vorgibt zu sein? Gibt es in dieser Zeit noch jemanden, dem man vertrauen kann?

    Für mich ist immer wieder unglaublich, wie großartig Elisabeth Büchle es schafft, nicht nur die historischen Fakten in ihre Geschichte einzuarbeiten und diese sind wirklich hervorragend recherchiert. Nein, was mich fasziniert ist, wie gut sie die Gedanken und Gefühle der Menschen einfängt. Gerade in diesem Buch ist es mir noch einmal besonders aufgefallen, vielleicht auch, weil wir die gleichen Fragen stellen. Wie konnte es passieren? Hat wirklich keiner etwas davon gewusst? Wie sind die Menschen im Nachhinein mit ihren Schuldgefühlen umgegangen? Mich hat sehr gefreut, dass die Autorin hierbei nicht nur die deutsche Seite betrachtet hat, wobei diese schon vielfältig genug ist, wie man an der Geschichte von Karla sehen kann, Elisabeth Büchle zeigt auch die Gegenseite und man merkt schnell, dass diese, obwohl der Krieg gewonnen wurde, auch so ihre Probleme hat. Wie aktuell der Roman ist, zeigt sich an den heutigen Konflikten, deren Ursache sicherlich auch in der damaligen Zeit zu suchen sind. Doch neben all den historischen Aspekten kommt auch die Romantik nicht zu kurz und bildet einen weiteren gelungenen Teil dieses großartigen und empfehlenswerten Romans. Mich hat auch dieses Buch der Autorin wieder absolut begeistert und ich kann es kaum erwarten, bis der nächste Roman erscheinen wird.
  • 4/5 Sterne

    Die Frage nach der Schuld
    „Du hast recht damit, dass euch keine Schuld trifft. Allerdings ladet ihr welche auf euch, wenn ihr das Geschehene vergesst. Wenn ihr wegschaut und die Fehler von damals wiederholt. Wenn ihr schweigt – in einer Zeit, in der es für euer eigenes Leben und das eurer Lieben noch lange keine Gefahr bedeutet, sich gegen demokratiefeindliche und rechtsstaatszersetzende politische Strömungen zu erheben!“ Buchauszug S. 12/13
    Inhalt:
    Potsdam, 1945: Der Krieg ist vorbei und Deutschland liegt am Boden. Wo man hinsieht, findet sich Zerstörung, Hass und Misstrauen. Um über die weitere Zukunft Deutschlands zu entscheiden, finden sich „die Grossen Drei“ zu einer Konferenz zusammen. Diese Zusammenkunft, bietet der jungen Deutschen Karla, eine einmalige Chance als Dolmetscherin tätig zu werden. Bald schon verbindet sie eine besondere Freudschaft, mit ihrer aussergewöhnlichen Vorgesetzten, der Britin Joan Bright. Diese zeigt sich äusserst hilfsbereit, bei der Suche nach Karlas beiden vermissten Brüdern. Im Gegenzug erwartet sie jedoch, auch besonderen Einsatz von Karla im sowjetischen Sektor. Das dies nicht ungefährlich ist, versteht sich von selbst, genau wie die verbotenen Gefühle von Karla einem charmanten Briten gegenüber.
    Meine Eindrücke:
    Elisabeth Büchle ist mit „Der Sommer danach“ ein weiterer hervorragend recherchierter und spannender Roman gelungen. Ihre erfolgserprobte Mischung aus beeindruckendem historischem Hintergrund, einer guten Portion Nervenkitzel, sowie einem Schuss Romantik, funktioniert auch hier wunderbar. Dem Leser wird bald bewusst, wie intensiv sich die Autorin mit der Weltgeschichte beschäftigt haben muss. Ich liebe es, wenn historische Begebenheiten, gekonnt und liebevoll in eine fiktive Handlung mit eingebracht werden!
    Die Begebenheit, dass die Geschichte im Jahr 2020 startet und der leicht verständliche, flüssige Schreibstil von Frau Büchle, ermöglichten mir einen gelungenen Einstieg. Gleich zu Beginn lernen wir die mittlerweile 94- jährige Karla kennen, die ihrer Urenkelin Nina ihre Lebensgeschichte anvertraut. Klaras Erzählungen sind wunderschön und passend zwischen Epilog und Prolog eingebettet.
    Die fesselnde Handlung hat mir sehr gut gefallen. Zwischenzeitlich wurde ich von einem regelrechten Sog ergriffen und musste unbedingt weiterlesen. Manchmal war es mir ein bisschen zu politisch, aber ich glaube, das war vor allem meiner Unwissenheit geschuldet. So viele fremde Politikernamen und Bezeichnungen in kurzer Zeit aufzunehmen, forderten mich ganz schön. Die Charaktere wurden sehr liebevoll und einzigartig ausgearbeitet. Besonders gefallen hat mir der authentische Umgang mit verschiedenen Gefühlen wie Wut, Fassungslosigkeit, Misstrauen aber auch Verständnis und Mitgefühl. Auf bemerkenswerte Art wurde die Zerrissenheit, der einzelnen Personen spürbar. Ebenfalls äusserst gefühlvoll wurde die Frage nach der Schuld aufgegriffen. Mitschuld durch Wegsehen, durch fehlendes Mitgefühl oder durch Verdrängen. Dies alles fand seinen Platz in der Geschichte ohne jemals verurteilend oder anmassend zu wirken. Ein herzliches Dankeschön an Elisabeth für die wertvollen und aufklärenden Einblicke in dieses Stück Weltgeschichte. Etwas schade fand ich, dass der christliche Aspekt so spärlich vorhanden war. Gerne hätte ich noch mehr über die persönliche Gottesbeziehung der Protagonisten erfahren. Dennoch habe ich das Buch sehr gerne gelesen und ich möchte es nach einiger Zeit noch ein zweites Mal lesen.
    Mein Fazit:
    Ein wirklich fantastisch recherchierter Roman über die Konferenz, der Siegermächte des zweiten Weltkriegs, in Potsdam. Äusserst fesselnd und behutsam erzählt. Gerne vergebe ich verdiente 4+ Sterne und eine grosse Leseempfehlung!
  • 4/5 Sterne

    Die Frage nach der Schuld

    „Du hast recht damit, dass euch keine Schuld trifft. Allerdings ladet ihr welche auf euch, wenn ihr das Geschehene vergesst. Wenn ihr wegschaut und die Fehler von damals wiederholt. Wenn ihr schweigt – in einer Zeit, in der es für euer eigenes Leben und das eurer Lieben noch lange keine Gefahr bedeutet, sich gegen demokratiefeindliche und rechtsstaatszersetzende politische Strömungen zu erheben!“ Buchauszug S. 12/13

    Inhalt:

    Potsdam, 1945: Der Krieg ist vorbei und Deutschland liegt am Boden. Wo man hinsieht, findet sich Zerstörung, Hass und Misstrauen. Um über die weitere Zukunft Deutschlands zu entscheiden, finden sich „die Grossen Drei“ zu einer Konferenz zusammen. Diese Zusammenkunft, bietet der jungen Deutschen Karla, eine einmalige Chance als Dolmetscherin tätig zu werden. Bald schon verbindet sie eine besondere Freudschaft, mit ihrer aussergewöhnlichen Vorgesetzten, der Britin Joan Bright. Diese zeigt sich äusserst hilfsbereit, bei der Suche nach Karlas beiden vermissten Brüdern. Im Gegenzug erwartet sie jedoch, auch besonderen Einsatz von Karla im sowjetischen Sektor. Das dies nicht ungefährlich ist, versteht sich von selbst, genau wie die verbotenen Gefühle von Karla einem charmanten Briten gegenüber.

    Meine Eindrücke:

    Elisabeth Büchle ist mit „Der Sommer danach“ ein weiterer hervorragend recherchierter und spannender Roman gelungen. Ihre erfolgserprobte Mischung aus beeindruckendem historischem Hintergrund, einer guten Portion Nervenkitzel, sowie einem Schuss Romantik, funktioniert auch hier wunderbar. Dem Leser wird bald bewusst, wie intensiv sich die Autorin mit der Weltgeschichte beschäftigt haben muss. Ich liebe es, wenn historische Begebenheiten, gekonnt und liebevoll in eine fiktive Handlung mit eingebracht werden!

    Die Begebenheit, dass die Geschichte im Jahr 2020 startet und der leicht verständliche, flüssige Schreibstil von Frau Büchle, ermöglichten mir einen gelungenen Einstieg. Gleich zu Beginn lernen wir die mittlerweile 94- jährige Karla kennen, die ihrer Urenkelin Nina ihre Lebensgeschichte anvertraut. Klaras Erzählungen sind wunderschön und passend zwischen Epilog und Prolog eingebettet.

    Die fesselnde Handlung hat mir sehr gut gefallen. Zwischenzeitlich wurde ich von einem regelrechten Sog ergriffen und musste unbedingt weiterlesen. Manchmal war es mir ein bisschen zu politisch, aber ich glaube, das war vor allem meiner Unwissenheit geschuldet. So viele fremde Politikernamen und Bezeichnungen in kurzer Zeit aufzunehmen, forderten mich ganz schön. Die Charaktere wurden sehr liebevoll und einzigartig ausgearbeitet. Besonders gefallen hat mir der authentische Umgang mit verschiedenen Gefühlen wie Wut, Fassungslosigkeit, Misstrauen aber auch Verständnis und Mitgefühl. Auf bemerkenswerte Art wurde die Zerrissenheit, der einzelnen Personen spürbar. Ebenfalls äusserst gefühlvoll wurde die Frage nach der Schuld aufgegriffen. Mitschuld durch Wegsehen, durch fehlendes Mitgefühl oder durch Verdrängen. Dies alles fand seinen Platz in der Geschichte ohne jemals verurteilend oder anmassend zu wirken. Ein herzliches Dankeschön an Elisabeth für die wertvollen und aufklärenden Einblicke in dieses Stück Weltgeschichte. Etwas schade fand ich, dass der christliche Aspekt so spärlich vorhanden war. Gerne hätte ich noch mehr über die persönliche Gottesbeziehung der Protagonisten erfahren. Dennoch habe ich das Buch sehr gerne gelesen und ich möchte es nach einiger Zeit noch ein zweites Mal lesen.

    Mein Fazit:

    Ein wirklich fantastisch recherchierter Roman über die Konferenz, der Siegermächte des zweiten Weltkriegs, in Potsdam. Äusserst fesselnd und behutsam erzählt. Gerne vergebe ich verdiente 4+ Sterne und eine grosse Leseempfehlung!
  • 5/5 Sterne

    Der schmale Grat zwischen Wissen und Schuld
    Nina und Urgroßmutter Karla unternehmen eine Reise in die Vergangenheit, die für beide große Opfer bedeuten. Nina hat nämlich so überhaupt gar keine Lust, in die verstaubten Erinnerungen von Karla einzutauchen. Als aber Karla das Wort "Geisterkinder" ausspricht, ändert Nina ihre Meinung und erfährt die Lebensgeschichte ihrer Urgroßmutter, die nicht nur vor den Schuttbergen und Trümmern als traurige Überreste des Zweiten Weltkrieges erzählt...
    Elisabeth Büchle ermöglicht ihren Leser:innen eine ganz besondere Sicht auf den Inhalt ihres neuen Romans "Der Sommer danach", denn sie schafft es, dass Leser:innen und Protagonistin Karla zu einer Person verschmelzen. Dadurch entsteht eine unglaubliche Nähe zum Erlebten und die Geschichte wird plötzlich real.
    Karla hat im Krieg so einiges durchmachen müssen und ist auch jetzt noch gezeichnet - nicht nur die raspelkurzen Haare sind sichttbare Zeichen für erlittenes Unrecht, auch Herz und Seele haben wulstige Narben davongetragen. Einzig ihr Glaube ist ihr noch geblieben.
    Doch irgendwie muss es weitergehen und so richtet sie den Blick nach vorn und sucht sich eine Aufgabe, mit der sie den Schritt in eine Zukunft ohne Hass und Hetze wagen kann. Als Dolmetscherin bei der Potsdamer Konferenz scheint der Neustart geglückt und die ersten Freundschaften zu den ehemaligen "Feinden" entwickeln sich. Wären da nicht die Bilder aus den Konzentrationslagern, die Karla immer wieder vor Augen führen, was dort geschehen ist. Auch dass sie, als Angehörige einer der Hitler-Attentäter, eine ganz besondere Rolle inne hat, wird hier von der Schreibenden sehr anschaulich beschrieben. Es bleibt immer der Wandel auf dem schmalen Grat zwischen Wissen und Schuld, der von ihr durch akribische Recherchearbeit hervorgeholt wird und Einzug in die fiktive Handlung findet. Jedoch verschwimmen hier die Grenzen zwischen Wahrheit und Dichtung, sodass die Leser;innen das Gefühl für Zeit und Raum verlieren und sich direkt vor Ort in der Handlung befinden und Persönlichkeiten wie Churchill, Stalin und Ian Fleming immer wieder namentlich auftauchen.
    Die Aufarbeitung der Ereignisse bietet einen sehr detaillierten Einblick in die Gefühle und Gedanken der Protagonist:innen, sodass hier mehr als einmal die Frage im Raum steht, wie weit man wirklich gehen kann/darf/soll, um das, was durch die verqueren Ideologien eines hirnverbrannten Fantasten entstanden ist, mit Recht und Gerechtigkeit, Vergebung und Verzeihen in Einklang zu bringen.
    Ein Buch, das wieder einmal zeigt, wie sehr Elisabeth Büchle ihre Leser:innen in die Handlung miteinbezieht, um ihnen historische Ereignisse näher zu bringen.
  • 5/5 Sterne

    Im Prolog unternimmt Nina mit ihrer 94 jährigen Urgroßmutter Karla, zuerst eher widerwillig, dann aber mit wachsendem Interesse, eine Reise in deren Vergangenheit.
    Dann der Sprung in die Vergangenheit in das Jahr 1945,nach Potsdam. Der Krieg ist gerade zu Ende gegangen, jedoch sind seine Nachwirkungen in der Bevölkerung allgegenwärtig.
    Die Protagonistin Karla hat zusammen mit ihrer Familie Schlimmes erlebt und versucht gerade einen Neustart in ein halbwegs normales Leben, als sie in eine äußerst prekäre Lage gerät. In dieser Situation lernt sie Joan Bright, eine junge Engländerin und den englischen Techniker Ray kennen, zwei Menschen, die für ihr weiteres Leben von elementarer Bedeutung sein werden.
    Da Joan gerade dringend eine Dolmetscherin für die Potsdamer Konferenz, in welcher von den Siegermächten die Weichen für Deutschland neu gestellt werden sollen, benötigt, bietet sie Karla spontan den Job an. Zwischen den beiden ungleichen Frauen entwickelt sich bald eine Freundschaft und auch Ray und Karla empfinden schon bald mehr als Sympathie füreinander.
    Die Autorin führt ihre Leser*Innen mit viel Empathie durch ein Stück deutscher Nachkriegsgeschichte. Erneut sind es die realistisch dargestellten Personen und die gute Recherchearbeit, welche den besonderen Wert der Geschichte ausmachen.Neben der fiktiven Geschichte um Karla, die verbissen darum kämpft, ihre zerrissene Familie wieder zusammenzuführen, was ihr nicht immer leicht gemacht wird, nimmt auch das aktuelle Weltgeschehen genügend Raum ein.
    Einen wichtigen Platz in der Geschichte hat Karlas kleiner Bruder Mattis. Seine Freundschaft zu Ray berührt auf ganz besondere Weise.
    Ich könnte noch so viel schreiben, will aber den Lesegenuss für die anderen Leser*innen, denen ich das Buch sehr ans Herz lege, nicht schmälern.
    In meinem Gedächtnis wird das Buch noch eine Weile nachhallen und meine Vorfreude auf das nächste Buch steigt.
  • 5/5 Sterne

    Ein historischer Roman mit Tiefgang

    Die junge Karla ist gerade dabei, ihr Leben nach dem Krieg neu zu organisieren, als sie auf Joan und Ray trifft. Beide gehören zu den Briten - Joan ist mit der Organisation der Potsdamer Konferenz unter anderem betraut und Ray arbeitet als Techniker. Joan und Karla werden Freundinnen, während Ray Karla gegenüber abwehrend gegenüber steht. Er kann die schrecklichen Bilder aus Bergen-Belsen nicht vergessen - die Brutalität der Deutschen in den KZs erschreckt ihn zutiefst. Durch Joan bekommt Karla viele Einblicke hinter die Kulissen der Potsdamer Konferenz und Stück für Stück gerät sie immer mehr zwischen die Fronten der Engländer und Russen, aber auch zwischen Allierte und Deutsche, denn nicht jeder ist von ihrer Freundschaft mit den Briten begeistert...

    Der neue Roman von Elisabeth Büchle gehört für mich zu den Besten, die ich bisher von der Autorin gelesen habe. Der flüssige Schreibstil, die interessanten Charaktere und die spannende Handlung zogen mich in ihren Bann. Besonders gut gefielen mir die historischen Hintergründe. Man erlebt die politischen Überlegungen der Alliierten hautnah mit - fast meint man schon, bei der Potsdamer Konferenz vor Ort zu sein. Soll man die Deutschen mit hohen Auflagen bestrafen? Soll man Russland freie Hand lassen? Oder wäre es doch besser, die Deutschen beim Aufbau zu unterstützen und die Aufarbeitung zu fördern? Und wie kann eine Aufarbeitung geschehen, sodass Einsicht erfolgt und aus der Geschichte gelernt werden kann?

    Neu war für mich auch der Begriff "Geisterkinder" und die Hintergründe zu dem Umgang mit den Familienangehörigen der Attentäter, die an den Komplotten gegen Hitler beteiligt waren. Mir war neu, dass ganze Familien in Sippenhaft genommen wurden.

    Auch die Darstellung der Charaktere gefiel mir sehr gut. Die Zerrissenheit und auch das erlittene Trauma treten deutlich zutage. Nein, es ist keine unbefangene Begegnung zwischen Deutschen und Briten und doch schimmert die Hoffnung auf Versöhnung und ein gutes Miteinander mit. Gerade diese Hoffnung macht das Lesen des Buches leicht. Trotz aller Schwere des Themas, schwingt die Zuversicht mit, dass es eines Tages Vergebung und Versöhnung geben kann.

    Ich kann das Buch wärmstens weiterempfehlen. Das Buch hat mich mit seinen historischen Hintergründen, den vielseitigen Charakteren und seinem großen Tiefgang restlos überzeugt.
  • 5/5 Sterne

    Eindrucksvoll, tief bewegend
    Der zweite Weltkrieg hat so viel Leid und Hass verursacht, Angst und Schrecken herrschen zudem überall.
    Karla mitten drin, muss sich damit auseinandersetzen, wird verachtet, angefeindet und schlimmeres. Sie wuchs in einer wohlhabenden Familie auf und erlebte größtenteils eine unbeschwerte Kindheit. Zu ihren Freunden zählten sowohl deutsche als auch jüdische Kinder. Sie verband eine tiefe Freundschaft. Bis eines Tages tieferschütternde Dinge passierten. Die Juden wurde öffentlich angegriffen, gehasst und drangsaliert. Alles änderte sich plötzlich. Daraufhin zogen ihre Mutter und ihre Geschwister in ihr Ferienhaus im Schwarzwald, während ihr Vater in Berlin blieb wo er politisch sehr engagiert war. Karla und ihr älterer Bruder Konrad hatten eine enge Beziehung zu ihrem Vater. Bis er sich schließlich immer mehr zurückzog uns schweigsamer wurde. Weshalb konnte sie damals nicht verstehen aber im Nachhinein verstand sie das er sie nur schützen wollte. Eines Tages stand plötzlich die Gestapo vor der Tür im Schwarzwald und nahm die ganze Familie in Gewahrsam. Ihr Vater und die anderen Männer, die das Attentat auf Hitler verübten, wurden sofort hingerichtet. Die betroffenen Familien kamen ins Gefängnis oder KZ. Während die kleinsten Kinder in ein Heim gebracht wurden, und man nahm ihnen ihre Identität. Sie waren namenlos, Geisterkinder. Nach dem der Krieg zu Ende war suchten Karla und ihre Mutter überall nach ihren Geschwistern. Die Grausamkeiten kamen immer mehr ans Tageslicht . Es war unfassbar. Karla zutiefst erschüttert, trauert um ihre jüdischen Freunde. Für sie haben die Opfer Namen und Gesichter.
    Joan und Ray arbeiten in der britischen Delegation von Churchill in Potsdam mit. Das was sie dort in den KZ´s sehen ist unfassbar schrecklich. Ihre Abneigung den Deutschen gegenüber ist groß. Joan stellt Karla, trotz ihrer deutschen Staatsangehörigkeit ,als Dolmetscherin bei der britischen Delegation ein. Rays anfängliche Abneigung gegen Karla legte sich langsam als er erfährt wer sie ist und was sie alles erlebt hat. Vergebung und Heilung musste auf beiden Seiten entstehen, doch der Weg dahin war schmerzhaft und schwer.
    Es gibt noch so viel mehr zu schreiben zu diesem Buch, aber lest es selbst. Es lohnt sich. Es hat mich zutiefst berührt. In all dem Leid und Schmerz ist Gott doch da, wie Karla zutreffend sagt: „In jedem Gänseblümchen, das sich zwischen den Bombenkratern aus der Erde schiebt, in jeder Hand die sich einem fremden Kind entgegenstreckt.“ Das Buch kann ich von Herzen weiterempfehlen.
  • 5/5 Sterne

    Eindrucksvoll, tief bewegend


    Der zweite Weltkrieg hat so viel Leid und Hass verursacht, Angst und Schrecken herrschen zudem überall.
    Karla mitten drin , muss sich damit auseinandersetzen , wird verachtet , angefeindet und schlimmeres. Sie wuchs in einer wohlhabenden Familie auf und erlebte größtenteils eine unbeschwerte Kindheit. Zu ihren Freunden zählten sowohl deutsche als auch jüdische Kinder. Sie verband eine tiefe Freundschaft. Bis eines Tages tieferschütternde Dinge passierten. Die Juden wurde öffentlich angegriffen , gehasst und drangsaliert. Alles änderte sich plötzlich. Daraufhin zogen ihre Mutter und ihre Geschwister in ihr Ferienhaus im Schwarzwald , während ihr Vater in Berlin blieb wo er politisch sehr engagiert war. Karla und ihr älterer Bruder Konrad hatten eine enge Beziehung zu ihrem Vater. Bis er sich schließlich immer mehr zurückzog uns schweigsamer wurde. Weshalb konnte sie damals nicht verstehen aber im Nachhinein verstand sie das er sie nur schützen wollte . Eines Tages stand plötzlich die Gestapo vor der Tür im Schwarzwald und nahm die ganze Familie in Gewahrsam. Ihr Vater und die anderen Männer , die das Attentat auf Hitler verübten , wurden sofort hingerichtet. Die betroffenen Familien kamen ins Gefängnis oder KZ . Während die kleinsten Kinder in ein Heim gebracht wurden, und man nahm ihnen ihre Identität. Sie waren namenlos , Geisterkinder . Nach dem der Krieg zu Ende war suchten Karla und ihre Mutter überall nach ihren Geschwistern. Die Grausamkeiten kamen immer mehr ans Tageslicht . Es war unfassbar . Karla zutiefst erschüttert , trauert um ihre jüdischen Freunde. Für sie haben die Opfer Namen und Gesichter.
    Joan und Ray arbeiten in der britischen Delegation von Churchill in Potsdam mit. Das was sie dort in den KZ´s sehen ist unfassbar schrecklich. Ihre Abneigung den Deutschen gegenüber ist groß. Joan stellt Karla ,trotz ihrer deutschen Staatsangehörigkeit ,als Dolmetscherin bei der britischen Delegation ein. Rays anfängliche Abneigung gegen Karla legte sich langsam als er erfährt wer sie ist und was sie alles erlebt hat. Vergebung und Heilung musste auf beiden Seiten entstehen, doch der Weg dahin war schmerzhaft und schwer.

    Es gibt noch so viel mehr zu schreiben zu diesem Buch , aber lest es selbst. Es lohnt sich. Es hat mich zutiefst berührt. In all dem Leid und Schmerz ist Gott doch da, wie Karla zutreffend sagt:“ In jedem Gänseblümchen , das sich zwischen den Bombenkratern aus der Erde schiebt , in jeder Hand die sich einem fremden Kind entgegenstreckt.“ Das Buch kann ich von Herzen weiterempfehlen.
  • 5/5 Sterne

    „...Geisterkinder? Fassungslos starrte Nina ihre Urgroßmutter Karla an. Hatte sie das gerade wirklich gesagt?...“
    Mit diesen Sätzen beginnt ein fesselnder und exakt recherchierter historischer Roman. Er führt uns an eine entscheidende Stelle der jüngeren deutschen Vergangenheit. Wo endet Schuld? Was hätte man wissen können oder müssen? Das sind nur zwei Fragen, die immer wieder auftauchen. Im Vorwort erläutert die Autorin, was sie zum Schreiben des Buches bewogen hat.
    Die 25jährige Nina wurde dazu verdonnert, mit ihrer 94jährigen Großmutter eine Reise in die Vergangenheit anzutreten. Eigentlich hatte sie dazu keine Lust. Doch der Begriff Geisterkinder weckt ihr Interesse. Wie formuliert es Karla, bevor die Geschichte ins Jahr 1945 wechselt?
    „...Herausforderungen bergen stets auch etwas Positives in sich. Sie geben dir die Chance, dich an ihnen zu reiben, zu kämpfen, an ihnen zu wachsen und aufzuleben. Sie bringen dich dazu, Grenzen zu überschreiten, und formen deinen Charakter...“
    Es war Karlas 20. Geburtstag im Jahre 1945, als ihr Leben eine entscheidende Wende nahm. In Potsdam trifft sie auf die britische Agentin Joan, die für die Organisation der Potsdamer Konferenz auf britischer Seite verantwortlich war. Joan rettet sie aus einer brisanten Situation und stellt Karla ein, die sowohl Englisch, als auch Französisch und Russisch spricht.
    Karla und ihre jüngeren Geschwister gehörten zu den sogenannten Geisterkindern, besonderen Gefangenen des Naziregimes. Weil ihr Vater am Attentat an Hitler beteiligt war, wurden sie in Sippenhaft genommen. Ihr älterer Bruder Konrad gilt als verschollen. Welche Spuren die Monate der Inhaftierung bei den jüngeren Geschwistern, aber auch bei der Mutter, hinterlassen haben, wird im Buch deutlich dargelegt. Für meine Rezension ist das kein Thema, denn es würde den Rahmen sprengen. Ich möchte mich auf Karla konzentrieren.
    Vor dem Krieg hatte der Vater die Familie in ihr Haus im Schwarzwald geschickt. In dörflicher Idylle lebten sie fast abgeschottet von den politischen Ereignissen. Letzte Erinnerung an Berlin und die jüdischen Freunde wurden fehlinterpretiert oder verdrängt.
    Nun muss Karla erleben, dass ihr mit Misstrauen begegnet wird. Das gilt nicht nur für die Alliierten. Deutsche, die zur Arbeit herangezogen wurden, betrachten Karla wegen der Tat ihres Vaters als Verräterin am deutschen Volk. Sie steht also zwischen allen Fronten. Joan klärt sie nicht nur über die Konzentrationslager, sondern auch über die Zahl der Kriegstoten auf.
    „...Der Krieg und alles, was er im Gepäck gehabt hatte, hatte die Lebensfreude der Menschen weggewischt, intensiver noch, als es ein Schwamm mit Kreidebuchstaben auf der Tafel verstand...“
    An Joans Seite lebt Karla gefährlich. Zwar lernt sie sowohl Churchill, als auch Truman und Stalin kennen, doch der Generalissimo ist nicht ungefährlich und befürchtet, nicht ohne Grund, überall Spione.
    Ein einziges Mal fragt Joan Karla nach ihrem Glauben.
    „...“Wo ist Gott?“ „In jedem Lächeln, dass man einem verängstigten Mitmenschen schenkt?“ Klara klang fragend. Kläglich und unsicher. „In jeder Hand, die sich einem fremden Kind entgegenstreckt, das Hilfe und Trost sucht.“ ...“
    Ausführlich werden die politischen Geschehnisse beschrieben. Auch die Örtlichkeiten hatte ich sofort vor Augen. Hier zeigen sich die umfangreichen Recherchen der Autorin. Selbst die Möbel in den Verhandlungsräumen auf Schloss Cecilienhof werden erwähnt. Natürlich sind auch die Widersprüche zwischen den Verhandlungspartnern ein Thema.
    Ab und an schwingt eine feiner Humor mit.
    „...Und dies, obwohl Karla der festen Überzeugung war, dass der verbrüdernde Qualm von Churchills Zigarre und Stalins Zigarette die Insekten eigentlich fernhalten müsste….“
    Deutlich herausgearbeitet wird Karlas innerer Zwiespalt. Je mehr sie erfährt, desto klarer wird ihr die Schuld. Andererseits möchte sie nicht, dass ihr Deutschland und seine Bevölkerung völlig ausbluten. Viele Diskussionen mit Joan und Ray gehen um Wissen und Schuld. Es sind Sätze wie die folgenden, die die Schwierigkeiten der Zeit beschreiben.
    „...Die Menschheit hatte zu hassen gelernt. Und dieses starke Gefühl wurde man nicht los, nur weil ein paar Generäle und Staatsmänner ihre Unterschrift auf ein Stück Papier setzten. Hass zerfrisst die Seele...“
    Natürlich fehlt auch ein Schuss Romantik nicht. Ray, der Karla anfangs mehr als skeptisch gegenüberstand, muss sich nach und nach seinen Gefühle stellen. Karla erwidert sie, zieht aber klare Grenzen, denn solche Beziehungen sind verboten.
    Die Autorin versteht es, mir als Leser die historischen Personen als Menschen mit Stärken und Schwächen nahezubringen. Viele der Akteure des Romans haben wirklich gelebt.
    Ein ausführliches Nachwort zu den historischen Personen rundet das Buch ab.
    Die Geschichte hat mir ausgezeichnet gefallen. Beigetragen dazu hat nicht zuletzt der ausgefeilte Schriftstil der Autorin. Er macht das Lesen zum Vergnügen.
    Beschließen möchte ich meine Rezension mit einem Gedanken von Joan. Wie sie wohl Jahre später darüber gedacht haben mag?
    „...Aber sie sah es als ihre Pflicht an zu ermöglichen, dass derlei Aufarbeitung stattfinden konnte. Dass die kollektive Aufarbeitung auf die Verbrechen gelenkt wurde [..]. Denn nur so konnten die Ursachen erforscht werden, verstand man vielleicht, wie es dazu hatte kommen können...“
  • 5/5 Sterne

    gut ausgearbeiteter historischer Roman

    Karla, eine junge Frau im Nachkriegsdeutschland, steht vor den Trümmern ihres Lebens.

    Ihre Familie ist verstreut, zum Teil ermordet, vermisst und vor allem schwer traumatisiert.

    karla kämpft sich durch, sie will leben, sie will Hoffnung und sie möchte Liebe weitergeben, sich einsetzen für ein besseres Deutschland und glücklich sein.

    Durch Zufall lernt sie Joan Bright kennen, eine britische Verwaltungsangestellte, die sehr viel mehr tut als Unterlagen zu bearbeiten.

    Karla und Joan geraten in einige schwierige Situationen und trotz der unterschiedlichen Nationalität, man bedenke das die beiden Völker gerade erst noch aufeinander geschossen haben, entwickelt sich eine tiefe Freundschaft.

    Über Joan lernt Karla auch den britischen Techniker Ray kennen und fühlt sich zu ihm hingezogen. Doch das ist eine verbotene Liebe - eine herzerbrechende Situation.

    Das alles zu lesen, die geschichtlichen Tatsachen wunderbar beschrieben zu sehen, hat mir große Freude gemacht.

    So ganz nebenbei kann man in diesem Buch vieles lernen und selbst ich, die fast jede Doku rund um den zweiten Weltkrieg kennt, habe noch viel neues gelesen.

    Karla ist toll beschrieben, ihre Not, die Zerrissenheit ihres Herzens, ihre Ängste und Fragen haben mich gefesselt.

    Dieses Buch bietet historische Fakten eingebettet in eine zarte Liebesgeschichte, es zeigt auf was der Krieg und das Naziregime aus den Menschen gemacht hat.

    Es zeigt Traurigkeit, Wut, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung, genauso wie den Kampf für das Gute, Freundschaft und Liebe über Nationalitäten hinaus und Hoffnung selbst in so schwierigen Zeiten.

    Mit diesem Buch hat Elisabeth Büchle es geschafft etwas von den Gefühlen und Meinungen der Menschen im zerstörten Deutschland aber auch den Einsatz der Siegermächte zu beschreiben.

    Sie nimmt einen mit und hilft dabei etwas mehr zu verstehen auch wenn natürlich weiterhin viele Fragen unbeantwortet bleiben. Auf manches gibt es gefühlt keine Antwort.

    Dieses Buch ist wertvoll und extrem lesenswert, wer - so ganz nebenbei -noch einiges lernen möchte wird dieses Buch schätzen. Wer abtauchen möchte in eine schwierige Zeit mit starken Persönlichkeiten und wer eine Liebe kennenlernen möchte die allen Vorurteilen zum Trotz beginnt wird jede Seite dieses Buches geniessen.
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