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Bewertungen
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von Theophilia (Veröffentlicht am 27.11.2025)
Sterne der Hoffnung in der Adventszeit
Die Erzählung über Anna und ihre ersten Wochen in der Diakonissenanstalt Kaiserswerth entführt die Lesenden in die Mitte des 19. Jahrhunderts – eine Epoche des religiösen Aufbruchs, aber auch großer sozialer Not. Besonders eindrucksvoll ist die Einführung des „Adventsbaums“, einer liebevollen Tradition, die biblische Verheißungen mit einem sinnlichen Ritual verbindet. Der allmählich erblühende Baum wird nicht nur zu einem sichtbaren Symbol der Vorfreude, sondern auch zum Spiegel der inneren Wandlung, die die Figuren durchleben.
Anna, noch neu in der Gemeinschaft, gewinnt die Herzen der Waisenkinder rasch. Ihre vorsichtige, suchende Perspektive macht sie zu einer nahbaren Identifikationsfigur. Während sie ihren Platz in der strengen, aber hingebungsvollen Welt der Diakonissen findet, entdeckt sie einen Glauben, der nicht aus Pflicht, sondern aus lebendiger Hoffnung erwächst. Besonders stark sind die Szenen, in denen sie gemeinsam mit den Kindern die kleinen Papiersterne beschriftet und an den Baum hängt – still, innig und von fast poetischer Zartheit.
Auch die Atmosphäre überzeugt: Die Schilderungen der kargen Räume, der disziplinierten Tagesabläufe und der behutsamen Fürsorge schaffen einen glaubwürdigen und zugleich warmen historischen Hintergrund. Zugleich vermittelt die Geschichte leise und unaufdringlich die Botschaft von Weihnachten als Fest der Zuwendung und des Trostes. Der Adventsbaum als zentrales Motiv trägt diese Symbolik ohne Kitsch, sondern mit schlichter Tiefe.
Besonders schön ist zudem, dass das Buch die Lesenden nicht im Unklaren über Annas Zukunft lässt. Die Erzählung setzt vor ihrer Ankunft in Kaiserswerth ein und endet mit einer hoffnungsvollen Vision ihrer weiteren Entwicklung – beruflich wie auch privat.
Fazit: Insgesamt ist es eine feinfühlige, herzerwärmende Erzählung, die historische Einblicke mit spiritueller Tiefe verbindet. Wer nach einer stimmungsvollen, sinnorientierten Weihnachtslektüre sucht, wird hier reich beschenkt. -
von Claudia (Veröffentlicht am 26.11.2025)
Wunderbare Adventsgeschichte mit viel Herz
So eine schöne Geschichte; Brigitte Liebelt nimmt uns mit in das 19. Jahrhundert und die von Theodor Fliedner aufgebaute Diakonissenanstalt Kaiserswerth. Sie erzählt die Geschichte von Anna, die erst seit kurzer Zeit zur Ausbildung in diesem Werk ist. Dabei beruht der Hintergrund auf wahren Begebenheiten. Die junge Anna kommt aus einem schwierigen Zuhause und kämpft mit ihrer eigenen Unzulänglichkeit und mangelndem Selbstwertgefühl. Ich glaube, viele von uns können sich da gut wiederfinden; zweifelt Anna doch daran, dass dieser Jesus, den sie in Kaiserswerth immer besser kennenlernt, sie für wertvoll genug erachtet, um sie zu erretten. Doch sie darf erfahren, dass er sie liebt und für sie gestorben ist unabhängig davon, wie sie sich selbst fühlt. Inmitten vieler Herausforderungen und der nahenden Weihnachtszeit öffnet sie ihm ihr Herz und nimmt seine Vergebung an. Ein wunderbares kleines Buch, das sich hervorragend z.B. als Nikolausgeschenk eignet. Und ganz nebenbei erfährt man auch noch, wie der Adventskranz "erfunden" wurde. Wer tiefer in die Geschichte der Diakonissenanstalt einsteigen möchte, dem empfehle ich das Buch "Im Dienst der Hoffnung", ebenfalls von Brigitte Liebelt.
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von Grace2 (Veröffentlicht am 23.11.2025)
Ein wunderbarer Weg durch den Advent und die Verheißungen Gottes. Sehr empfehlenswert!
Der neue Roman „Hoffnungssterne am Adventsbaum“ der Autorin Brigitte Liebelt führt den Leser in die Mitte des 19 Jahrhunderts.
Anna fühlt sich verloren und von allen in Stich gelassen. Ihr Fast-Verlobter hat sie über Nacht verlassen, um nach Amerika auszuwandern. Ihre Eltern sind so arm, dass Annas Leben nur aus Arbeit und Mangel zu bestehen scheint. Gibt es überhaupt eine Zukunft für sie? Da bietet sich für Anna die Möglichkeit nach Kaiserswerth zu reisen, um dort in der Diakonissenanstalt zu arbeiten. Die Arbeit mit den Kindern erweist sich als segensbringend, nicht nur für die Kinder, auch Anna erfährt zum ersten Mal die Bedeutung von Weihnachten.
Mit diesem neuen Buch verbindet Brigitte Liebelt wieder eine liebevolle Romanerzählung mit einer faszinierenden Historie. In das Leben der Protagonistin Anna lässt es sich leicht hineinzuversetzen. Scheinbar von allen verlassen empfindet sie ihr Leben nur noch als hoffnungslos. Doch statt völlig aufzugeben, ist Anna mehr als bereit sich auf die Verheißungen Gottes einzulassen. Mich hat dieser Aspekt des Buches begeistert. Zusammen mit Anna und den Kindern folgt man als Leser den Verheißungen bis zum Höhepunkt des Weihnachtsfests. Viele Bibelstellen fließen so in die Geschichte ein und geben dieser ihre Tiefe. Aber auch die gut recherchierte Historie der Geschichte über die Diakonissenanstalt in Kaiserswerth und des Adventsbaumes haben mich begeistert. Hier ist insbesondere der Anhang zum Roman noch einmal lesenswert. Die Autorin hat es geschafft, die Charaktere ihrer Protagonisten genauso liebevoll wie auch überzeugend darzustellen. Auch das Setting finde ich gut nachvollziehbar, besonders das Dunkle des Baumes und das erste Licht lassen sich gut vorstellen.
Insgesamt gesehen ein überzeugender Weihnachtsroman mit christlicher Tiefe, der mich begeistert hat. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter.