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Ein verzehrendes Geheimnis

Roman.

Mitte des 19. Jahrhunderts lassen sich schottische Einwanderer in den Appalachen im Osten Nordamerikas nieder. Der Tradition entsprechend gibt es dort einen "Sühnemann", der immer dann ins Tal gerufen wird, wenn jemand gestorben ist, damit er in einer rituellen Handlung die Sünden des Verstorbenen auf sich nimmt. Bei der Beerdigung ihrer Großmutter erhascht die zehnjährige Cadi einen Blick auf diesen mysteriösen Mann, was streng verboten ist. Fortan hat das Mädchen den verzweifelten Wunsch, den Sühnemann zu finden und ihn zu bitten, auch ihre Schuld auf sich zu nehmen. Als sie auf das düstere Geheimnis hinter der Tradition stößt, riskiert sie ihr Leben, um die Wahrheit ans Licht zu bringen ...

Ein packender historischer Roman um Schuld und die heilende Kraft der Vergebung.

Der Klassiker als überarbeitete Neuauflage.
  • Nr. 817660
  • · Gebunden, 13,5 x 21,5cm, 320 Seiten
  • · 06/2020
  • · Gerth Medien
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Francine Rivers
Ein verzehrendes Geheimnis (eBook)
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Francine Rivers
Ein verzehrendes Geheimnis
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  • „Jedes Buch von Francine Rivers ist eine Klasse für sich, doch Ein verzehrendes Geheimnis ist für mich das wichtigste.“ Heidrun Sonntag, Sonntags Christliche Buchhandlung, Jahnsdorf
  • „Wieder einmal zeigte es sich, dass die Liebe langfristig stärker ist als der Hass. Gott braucht dazu Menschen, die sich von ihm gebrauchen lassen, in diesem Fall war es Cadi Forbes, ein zehnjähriges Mädchen. Ein Buch voller Spannung und überraschenden Lösungen.“ Leserstimme

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TochterAlice, 11.07.2020

Alte Bräuche - sie können etwas Warmherziges beinhalten und das Herz erfreuen. Sie können aber auch kalt, böse und abschreckend sein. So wie der Brauch vom Sündenmann, den Einwanderer aus Schottland Mitte des 19. Jahrhunderts in die Staaten mitbrachten, zusammen mit viel anderem Alten, Kalten und Schrecken bringendem.

So wie den "Sühnemann", der sich selbst die Sünden der Sterbenden aufladen soll und durch diese Stigmatisierung am Rande der Gesellschaft lebt und geächtet wird.

Cadi, erst zehn Jahre alt, hat ihn angesehen - ein Vergehen. Aber sie will ihn finden und mit ihm sprechen - auch das Tabus in der nach strengen Regeln lebenden kleinen Gemeinschaft. Aber sie hat aus ihrer Sicht schon in jungen Jahren schwere Schuld auf sich geladen.

Eine ungewöhnliche, eine kraftvolle Geschichte, die verschiedene Stilrichtungen in sich vereint: Eine Sage, ein Mythos, ein Gleichnis, eine Parabel. Ein bisschen von allem etwas. Und zwar mit einer klaren christlichen Botschaft hinsichtlich der Vergebung. Mir war die Handlung teilweise zu einseitig, aber Francine Rivers erzählt mit einer solchen Vehemenz, einer Stärke, dass ich dieses Buch immer in Erinnerung behalten werde!

Klaudia K. , 15.07.2020

Der historische Roman "Ein verzehrendes Geheimnis" von Francine Rivers zeigt auf, wie die junge Cadi durch ihren Glauben an Gott Vergebung erhielt.

Mitte des 19.Jh. besiedeln die schottischen Einwanderer die Appalachen im Osten Nordamerikas. Eine ihrer Traditionen besteht darin einen sogenannten "Sühnemann " ins Tal zu rufen, wenn jemand verstarb. Dieser "Sühnemann" schultert in einem Ritus die Sünden der Dahingeschiedenen auf seine spirituellen Schultern, um die Seele frei in das Jenseits zu entlassen. Niemand darf ihn ansehen; er ist vermummt. Alle Menschen drehen sich bei seinem Erscheinen um...

Dieser Tradition bewußt sucht die zehnjährige Cadi verzweifelt nach dem "Sühnemann", damit er ihre Schuld auf sich nähme. Sie zerbricht fast schon unter der Last ihres vermeintlichen Vergehens. Cadi ist ein junges Mädchen von zehn Jahren, die durch die Mißachtung ihrer Mutter zu tiefst belastet wird. Ihre einzigen Freunde mit denen die kleine Cadi reden kann sind Fagan und die alte Nachbarin Miz Elda. Als jedoch ein Fremder ins Tal kommt und vom Erlöser Jesus Christus spricht, ändert sich ihr Leben. Durch den Prediger erhält Cadi und ihr Freund Fagan Gnade und Erlösung. Durch den Mut der Kinder hört die Gemeinde schließlich wer ihre Sünden tatsächlich vergibt und wer ihre Schuld schon lange vor ihrem eigenen Leben auf sich nahm. Werden die Menschen endlich mit der alten, nahezu heidnischen, Tradition brechen?

Ich schätze Francine Rivers als eine meiner Lieblingsautorinnen sehr.

Bevor ich das Buch "Ein verzehrendes Geheimnis" las wußte ich nicht, dass es tatsächlich eine schottische Tradition eines "Sühnemanns" gab. Für mich war es eine fürchterliche, kaum nachvollziehbare Vorstellung wie eine Volksgruppe auf die Idee kommen konnte einem bedauernswerten Menschen dazu zu verurteilen die Sünden anderer zu tragen, sich dabei als geächtete Person zu verhüllen und von der Gesellschaft als isolierter Außenseiter zeitlebens ausgeschlossen wird. Der "Sühnemann" wurde gezwungen einsam in den Bergen zu hausen - was für ein grausames, von der Gesellschaft aufgezwungenes Schicksal!

Wie schön war es zu lesen, dass Cadi zum wahren christlichen Glauben geführt wurde und bei Gott die Erlösung fand, die sie so lange suchte. Die Botschaft vom einzigen wahren Erlöser, unserem Herrn Jesus Christus, erschien wie das heilende Licht der Morgenröte in diesem Roman.

Ich danke Gerth Medien für das interessante Leseexemplar.

Gudrun Ermes, 15.07.2020

Mitte des 19. Jahrhunderts lassen sich schottische Einwanderer in den Appalachen in Nordamerika nieder. Die 10 jährige Cadi glaubt für den Tod ihrer kleinen Schwester verantwortlich zu sein. Beim "Sühnemann" erhofft sie sich Vergebung zu finden. Stattdessen bringt er sie auf eine ganz andere Spur, bei der sie den Weg zu Gott findet. Dabei enthüllt sie einige grausame verborgene Geheimnisse.

Das Buch ist sehr emotional und der Autorin ist es sehr gut gelungen die Gefühlslage Cadies dem Leser eindringlich zu vermitteln. Auch die Lebensumstände der schottischen Siedler werden gekonnt in die Handlung eingearbeitet. Der Schreibstil ist flüssig und immer wieder sehr eindringlich. Schuld und Vergebung spielen eine wichtige Rolle in diesem Buch. Der Sühnemann als Beispiel für einen Irrglauben, der aus der alten Heimat mitgebracht wurde, hat mich sehr fasziniert. Und Cadies Begegnung mit dem christlichen Glauben, der durch ihre Oma schon unterschwellig vorhanden war, wird mitreißend erzählt. Die Bedeutung der Familie ist ebenfalls ein wichtiges Element in diesem Buch, wobei Fagan verdeutlicht, das man nicht alles von den Eltern übernehmen muss.

Dieses Buch hat mich teilweise zu Tränen gerührt, aber auch gut unterhalten. Die Darstellung des christlichen Glauben ist sehr rigoros und die Reaktionen einzelner Akteure sehr brutal. Aber ich denke, das dies die damalige Zeit doch gut abbildet. Der Ausblick auf die Zukunft bringt das Buch zu einem guten Abschluss.

smillas_bookworld, S. Degenhardt, 19.07.2020

„… wenn ich nur sterben könnte, dann würde vielleicht der Sühnemann kommen und meine Sünden wegnehmen. Oh Gott, wenn er es doch schon jetzt machen könnte, wo mein Herz noch schlägt und ich noch atme, damit ich nicht mit diesem Schmerz leben muss.“ (S. 27)

Die 10jährige Cadi lebt schon seit einigen Jahren mit einer seelischen Belastung, deren Ursache nur nach und nach ans Licht kommt. Sie wünscht sich nichts sehnlicher als dass der Sühnemann ihr die Sünde nimmt. Doch in ihrem Bergdorf ist es Sitte, dass der Sühnemann erst beim Tod eines Dorfbewohners nachts von seinem Berg herunterkommt, die neben dem Leichnam angerichteten Speisen isst und anschließend dem Verstorbenen die Sünden nimmt, damit dieser ins Himmelreich kommt. Es herrscht eine große Angst vor einem bösen und richtenden Gott, den man nur aus Überlieferungen kennt, und so haben die schottischen Einwanderer ein paar Generationen zuvor einen Sühnemann erwählt.

Für Cadi ist der Sühnemann ein großes Mysterium. Wer ist dieser Mann? Wo genau lebt er? Wie lebt er? Der Leidensdruck ist irgendwann kaum noch zu ertragen, weshalb sich das Mädchen auf die Suche nach dem Sühnemann begibt. Wird sie ihn finden? Als ein Fremder das Bergdorf aufsucht, entsteht eine dramatische Eigendynamik.

Für den Leser bleibt es lange ein Geheimnis, woran die junge Ich-Erzählerin so schwer trägt. Man spürt, dass in ihrer Familie und in ihrem Dorf, über dem ein Kai (Dorfoberhaupt) herrscht, eine dunkle Wolke hängt. „Ich kenne im ganzen Tal keine Menschenseele, die nicht traurig und beladen ist“, sagt Bletsung, die außerhalb des Dorfs lebt. Und diese Stimmung fand ich einerseits so fesselnd, dass ich die erste Hälfte in einem Rutsch gelesen habe, andererseits musste ich dann ein paar Tage Pause einlegen, weil mich diese Stimmung niederdrückte und das Verhalten manch eines Dorfbewohners wütend machte.

Francine Rivers‘ Schreibstil ist – wie immer – sehr eindrücklich und atmosphärisch. Sie beschreibt das einfache, naturverbundene Dorfleben inmitten der Appalachen Mitte des 19. Jahrhunderts, die Sitten und Gebräuche, die Landschaft. Was aber mit bemerkenswerter Klarheit hervorsticht, ist das Thema Sünde und wie ein Glaube, der nur auf bruchstückhaften und falschen Überlieferungen basiert, immer mehr verfälscht wird. Im Fall des appalachischen Dorfes bleiben Vergebung, Erlösung und Hoffnung auf der Strecke.

Das Ende lässt den Leser jedoch keinesfalls hoffnungslos und traurig zurück. Mich hat es dankbar dafür gemacht, dass keiner von uns die Last der Sünde tragen muss. Ich musste den Roman aber eine Weile sacken lassen. Die Aussage, die dahintersteckt, hat mir sehr gefallen. Der leicht „mystische“ Touch in Form von „Lilybet“ hat mich dagegen etwas gespalten zurückgelassen. Es ist auf jeden Fall eine lesenswerte, neu aufgelegte Rivers, aber mit meinen Lieblingsbüchern von ihr (z.B. „Das Meisterwerk“) kann es nicht ganz mithalten.

Das Cover – so traumhaft schön es auch ist – passt m. E. nicht so gut zum Buch. Es wirkt zu romantisch und verspielt, was die Geschichte absolut nicht ist. Auch das Covermodel ist altersmäßig nicht passend gewählt. ;)

 

 

 

 

mabuerele, 22.07.2020

„...Ich kenne im ganzen Tal keine Menschenseele, die nicht traurig und beladen ist...“

Diese Worte sagt Bletsung, die einsam in einer Hütte im Wald lebt, zu der 10jährigen Cadi. Noch ahnt Cadi nicht, dass kurze Zeit später die Ursache dafür klar wird, weil alle Geheimnisse offengelegt werden.

Die Geschichte spielt ca. 1850 in den Appalachen. Für Cadi kommt der Wendepunkt ihres Lebens mit dem Tode ihrer Großmutter. Entgegen aller Warnungen schaut sie bei der Beerdigung von Oma Forbis den Sühnemann in die Augen. Er hat die Aufgabe, der Toten die Sünden zu nehmen. Die Tradition haben die Einwohner aus ihrer Heimat Schottland mitgebracht.

Cadi macht sich auf die Suche nach dem Sühnemann. Sie ist niedergedrückt von einer Schuld, die ich als Leser erst später erfahre. Sie möchte davon befreit werden.

Die Autorin hat ein fesselndes und tiefgründiges Buch geschrieben. Es geht um Schuld und Vergebung, um Aberglaube und wahren Glauben, um Betrug und Machtgier. Und es geht um die Vergangenheit, um Geschehnisse bei der Ankunft der Schotten im Tal.

Der Schriftstil ist abwechslungsreich. Er passt sich gekonnt dem Geschehen an. Sehr gut herausgearbeitet wird Cadis seelische Not. Der einzige, der sich in der Familie normal zu ihr verhält, ist ihr Bruder Iwan. Die Eltern ignorieren sie.

„...Es war Oma, die mir verborgene Pfade und verwunschenen Plätzchen zeigte […] Für sie stöberte ich in unseren hohen Bergen herum, sammelte liebe Erinnerungen. Und es half mir, von zu Hause wegzukommen, weg von Mamas Kummer und verschlossenen Herzen...“

In einer kritischen Situation gesellt sich an Cadis Seite ein kleines Mädchen, das sich Lilybet nennt. Es ist für andere unsichtbar und hilft Cadi, wichtige Entscheidungen zu treffen.

Brogan Kai ist der Herrscher im Tal. Was er sagt, hat zu geschehen. Cadis Suche nach dem Sühnemann ist Widerstand gegen Brogan. Einer aber hilft Cadi. Das ist Fagan, Brogans jüngster Sohn.

Dann aber erscheint ein Gottesmann im Tal. Er will die Menschen zu Jesus führen. Wieder ist es Brogan, der ihm das Predigen verbietet und alle warnt, zu ihm zu gehen. Cadi und Fagan haben den Mut sich zu widersetzen. Dabei kommen Cadi Worte ihrer Großmutter in den Sinn:

„...Adler fliegen höher, wenn ein Sturm kommt. Steife Winde machen die Bäume stark...“

Cadi und Fagan wissen nicht, wie weit Brogan zu gehen bereit ist. Und sie ahnen nicht, dass sie in ein Wespennest stechen, dass bisher geschickt verborgen war. Es gilt, ein Geflecht aus Lügen zu zerreißen.

„...Der Himmel hängt nicht voller Geigen, Cadi. Man muss nehmen, was das Leben einen gibt, und das Beste daraus machen...“

Im Gegensatz zu der inneren Qual in vielen Menschenherzen im Ort wird die Landschaft wunderbar beruhigend.

„...Ich fand die Quelle und trank aus meinen Händen. Um mich herum sangen die Vögel. Es war ein Ort des Friedens, und ich ruhte mich eine Weile aus...“

Cadi und Fagan tragen die Botschaft der Vergebung, die ihnen der Gottesmann vermittelt hat, weiter. Es ist der Anfang von etwas Neuem im Tal. Plötzlich finden auch andere den Mut, die Vergangenheit zu bekennen und dann hinter sich zu lassen.

Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Sie zeigt, welche Macht der Glaube hat und dass er alte Wunden heilen kann.

Cornelia B. - Lesestern, 25.08.2020

Die Wahrheit muss ans Licht

"Ein verzehrendes Geheimnis" von Francine Rivers ist im Juni 2020 als gleichnamige Neuauflage bei Gerth Medien erschienen.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht die zehnjährige Cadi, die sich verantwortlich fühlt für den Tod ihrer kleinen Schwester Elen. Seit diesem Zeitpunkt ist nichts mehr wie es war ...

Cadis Mutter lebt in sich zurück gezogen und hat sich völlig von ihrer Tochter abgewendet und auch der Vater, ist nicht fähig seine Trauer zu verarbeiten und distanziert sich immer mehr. Einzig und allein die Großmutter schenkt Cadi Wärme und Aufmerksamkeit und fängt sie auf mit ihrer Trauer und ihren Verlusten. Doch dann stirbt die Großmutter und Cadis Welt bricht ein.

Als sie von der alten Tradition des Sühnemanns hört, der bei Beerdigungen erscheint, um die Sünden der Toten in sich aufzunehmen und sie von ihrer Schuld zu befreien, sieht sie ihre Chance ihre Last loszuwerden. Entgegen aller Regeln, schaut sie bei der Beerdigung dem Sühnemann in die Augen ...

Mein Fazit:

Ein Buch, das mich beim Lesen völlig eingenommen hat und das mich von Seite zu Seite weiter gedrängt hat, das Geheimnis des Sühnemanns zu entdecken.

Zusammen mit Cadi und ihrem treuen Freund Fagan habe ich mich auf die Spurensuche dieser aus dem 19. Jahrhundert stammenden schottischen Tradition eingelassen und nach und nach erfahren, welche Intrigen, Aberglaube und unmenschlichen Geschehnisse dahinter verborgen waren.

Die Geschichte wird aus der Sicht der damals zehnjährigen Cadi erzählt, die ihre Erlebnisse und Erfahrungen aus einer Zeit, in der Ängste, Machtgier, Abhängigkeiten und falsche Glaubensvorstellungen das Leben der Dorfbewohner bestimmte, schildert.

Ihr und Fagans mutiges Eintreten gegen Lügen und Schuld der Vergangenheit ruft Widerstand hervor und wird zu einem Kampf um Leben und Tod.

Ein faszinierend-erschreckender Blick in eine vom Aberglauben geprägte Welt und ein Plädoyer für Vergebung und Freiheit.

ann-marie, 03.09.2020

Ein kleines, tapferes Mädchen mit einer großen Schuld erfährt Heilung

Mein erster Roman der bekannten amerikanischen Schriftstellerin Francine Rivers, für den ich mich ganz bewusst auf Grund der kurzen Inhaltsangabe und des dort enthaltenen Hinweises auf den alten schottischen Brauch eines "Sühnemannes" entschieden hatte.

Der "Sühnemann", ein von der (Dorf-)Gemeinschaft gewählter Mann, dessen einzige Lebensaufgabe darin besteht, die Sünden eines kurz zuvor Verstorbenen in einer rituellen Handlung, vergleichbar mit dem christlichen Abendmahl, auf sich zu nehmen. Ausgeschlossen von jeglicher menschlichen Nähe führt er ein einsames Leben weit außerhalb der Zivilisation und wird nur durch das Schlagen einer Glocke benachrichtigt, wenn es wieder gilt, seiner Lebensaufgabe nachzukommen. Jeglicher Kontakt, auch ein Blickkontakt, wird tunlichst vermieden, ja ist sogar verboten.

Cadie, ein kleines 10jähriges Mädchen, das mit seinen Eltern und seinem Bruder Mitte des 19. Jahrhunderts in einem abgelegenen Tal in den Apalachen lebt, erlebt die Zeremonie des Sühnemannes zum ersten mal bei der Beerdigung der heißgeliebten Großmutter und riskiert – trotz vorhergehender eindringlicher Warnung durch die Erwachsenen - einen Blick in die Augen des Sühnemannes. Bis in's Innerste getroffen, reift in ihr die Erkenntnis, dass nur der Sühnemann in der Lage ist, die unerträgliche Schuld, die sie auf sich geladen hat, von ihr zu nehmen und macht sich auf die Suche nach ihm. Begleitet von einer neu gewonnenen Freundin namens Lilybet und Fagan, einem Nachbarsjungen, macht sie sich auf den Weg.

Cadie's Wunsch nach Übernahme ihrer Schuld erfüllt sich zwar, doch stellt sich die so sehnlichst erhoffte Freiheit nicht ein und wird zudem vom Sühnemann mit einer Bedingung bzw. einem Auftrag verbunden. Nach anfänglichem Zögern und Sträuben kommt Cadie diesem Auftrag jedoch nach. Sie ist ein mutiges Mädchen, das zu seinen Versprechen steht und ihr Weg führt sie zu dem neu angekommenen Fremden im Tal, um zu hören, was er zu sagen hat. Dem Sühnemann soll sie dann davonberichten.

Der Fremde, der sich von Gott gesandt weiß, um von Gottes Liebe und Vergebung zu erzählen, weist Cadie den einzigen Weg, der zu vollkommener Vergebung vor Gott führt. Unter der Bekenntnis ihrer Schuld lässt sie sich auf die liebende und segnende Vergebungsbereitschaft Gottes ein und von diesem Zeitpunkt ist nichts mehr, wie es war. Die Ereignisse überstürzen sich, weil Gottes Heilsbotschaft die Bewohner des gesamten Tals erfasst. Ein grausames Verbrechen aus den ersten Siedlungstagen kommt an's Licht, familiäre Zerwürfnisse brechen auf, Lug und Betrug, begangen vor mehr als 20 Jahren an der Person des Sühnemannes, aber auch das bisher unausgesprochene Leid, das so manche Frau – von den Mitbewohnern unbemerkt – erleiden musste, sorgen für großes Entsetzen.

Ein ergreifender, schmerzlicher, befreiender und hoffnungsvoller Roman, in dem es der Autorin auf eine mir bisher unbekannte Weise sehr gut gelingt, die Heilsbotschaft Gottes, seinen Plan mit jedem einzelnen Menschen, verständlich und vor allem sehr bibelorientiert zu vermitteln. Die Gefühle der kleinen Cadie, deren "Schuld" lange im Dunkeln bleibt und über viele Seiten des Buches nur sehr vage angedeutet wird, werden auf eine sehr bewegende Weise dargestellt. Am liebsten würde man die Kleine tröstend in die Arme nehmen, weil ihre eigenen Mutter dazu nicht in der Lage ist und ihr mehr oder weniger wortlos aus dem Weg geht.

Aber auch die Trostlosigkeit des Sühnemannes und seines doch noch vorhandenen kleinen Hoffnungsfunken, mit dem er Cadie zu dem Fremden im Tal schickt, vermag die Autorin auf eine besondere Art und Weise zu vermitteln.

Das gleiche gilt für Cadie's jubelnde Erkenntnis, dass ihre Schuld vergeben ist und sie Gottes geliebtes Kind ist – da musste ich schon schlucken.

Ebenso bei dem verzweifelten und fassungslosen Gespräch als Cadie dem Sühnemann die Botschaft des Fremden vermittelt. Sein Zusammenbruch vor Gott mitzuerleben um dann weiterlesen zu können, dass auch der Sühnemann nicht anders kann, als sich in die wartenden Arme Gottes zu werfen – ein tröstendes Versprechen, das jeder Mensch für sich in Anspruch nehmen darf und von der Autorin wunderbar und überzeugend vermittelt wird.

Ein Roman, der zunächst recht ruhig beginnt. Aber sich zunehmend zu einer fesselnden, ja, zum Teil sogar atemlosen Geschichte entwickelt, die fast sogar Sogwirkung entfaltet, da man das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen möchte.

Es war mir eine große Freude, diesen Roman lesen zu dürfen. Er entfaltet bis in die heutige Zeit und das eigene Leben Wirkung – was will man mehr????

KleinerVampir, 10.09.2020

Buchinhalt:
Immer, wenn im Tal jemand stirbt, wird der Sühnemann gerufen, der durch eine rituelle Handlung die Sünden des Verstorbenen auf sich nehmen und ihm damit den Weg in die Ewigkeit weisen soll. Die 10jährige Cadi erhascht auf der Beerdigung ihrer Oma einen Blick auf diesen geheimnisvollen Mann, den anzusehen aber verboten ist. Von da an ist sie beseelt von dem Gedanken, den Sühnemann zu finden: er soll ihr die Schuld abnehmen, die sie durch den Tod ihrer kleinen Schwester auf sich geladen hat. Stück für Stück deckt sie ein großes Geheimnis auf, das wie ein Fluch über den Bewohnern des Tals liegt und erkennt, dass es nicht der Sühnemann, sondern ein ganz anderer ist, der Vergebung und Erlösung bedeutet …

Persönlicher Eindruck:

Ein wirklich atmosphärisch dichtes, spannendes und durchweg nachdenklich machendes Buch, das den Leser auf jeder Seite in Atem hält – ich habe schon einige Bücher von Francine Rivers gelesen aber vergleichbar mit diesem ist keines.

Der Beginn ist zunächst morbide, düster und beklemmend. Mitten in dieser bedrückenden Stimmung: ein 10jähriges Mädchen, das eben erst seine Oma verloren hat, die einzige Person, die das Mädchen wirklich verstanden und geliebt hat. Cadi ist geistig recht reif für ihr Alter und führt den Leser in der Ich-Perspektive durch ihre Gedanken, ihre Hoffnungen und die Welt um sich herum.

Wir befinden uns in der Mitte des 19. Jahrhunderts, irgendwo in den Appalachen: Schottische Einwanderer haben das abgeschiedene Tal besiedelt und leben einen Brauch, der in Schottland und Wales seinen Ursprung hat: den Sühnemann. Wann immer eine Person stirbt, wird dieser von der Gesellschaft ausgestoßene und maskierte Mann gerufen, damit er bei einem rituellen Mahl von Brot und Wein die Sünden des Verstorbenen auf sich nimmt. Ich hatte zuvor noch nichts von diesem Brauch gehört und dementsprechend fremd und archaisch mutete er mir auch an. Ich konnte mir zunächst keinen Reim darauf machen, wie das Ganze zu einer christlichen Autorin passen sollte.

Wer an der Geschichte dran bleibt und sich vom beklemmenden Beginn nicht abschrecken lässt, vor dem breitet sich eine tiefgründige, zum Nachdenken anregende Geschichte aus. Cadi und der gleichaltrige Fagan ergründen das Geheimnis um den Sühnemann, der im Grunde ein armer Tropf ist, dem man ebenso übel mitgespielt hat, wie den meisten im Dorf. Als schließlich ein Wanderprediger im Tal auftaucht, eröffnet sich eine Erkenntnis: es ist nicht ein Sühnemann, der den Menschen Heil und Erlösung bringen kann, es ist die Botschaft von Jesus Christus.

Bis es allerdings soweit ist, dass diese zu den Bewohnern getragen werden kann, kommen viele dunkle Geheimnisse ans Licht, die alle miteinander zusammenhängen und das Klima im Tal und die Menschen dort seit Jahren vergiften.

Die christliche Botschaft des Romans ist stark ausgeprägt aber keinesfalls aufdringlich, ein zentraler Punkt dabei sind Schuld und Vergebung, Glaube und Erlösung.

Der Spannungsbogen steigert sich kontinuierlich über die ganze Handlung, die in einem packenden Showdown mündet. Selten habe ich ein so fesselndes Buch gelesen, bei dem die Spannung bis zum Schluss nicht nachlässt und den Leser derart an die Seiten bindet.

Mein Fazit: ein Buch mit einem bewegenden Plot, der bis zum Schluss viel Stoff zum Nachdenken und Reflektieren bietet, dazu authentische Figuren und eine plastische Beschreibung des Settings, unerwarteten Wendungen und letztendlich einer großen Botschaft. Eine absolute Leseempfehlung!

Tabea G., 16.09.2020

Die Handlung des Buches spielt in den Appalachen in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Abgeschieden vom Rest der Welt leben dort die Nachfahren schottischer Auswanderer. Dazu gehört auch die zehnjährige Cadi, deren Großmutter – die einzige Vertraute des Mädchens – zu Beginn des Romans stirbt. Der geheimnisvolle „Sühnemann“ wird gerufen, der in einer rituellen Handlung die Schuld der verstorbenen Person auf sich nimmt.

Cadi, selbst schuldbeladen, macht sich auf die Suche nach diesem Sühnemann, um herauszufinden, ob er auch die Schuld von Lebenden auf sich nehmen kann. Sie erkennt die Wahrheit jedoch erst mit Hilfe eines Wanderpredigers.

Geschickt beschreibt die Autorin die drückende Atmosphäre im Tal und ihr gelingt es hervorragend, Spannung aufzubauen. Viele Aspekte der Geschichte des Tales und seiner Bewohner erschließen sich beim Lesen erst nach und nach.

Ein Buch über Schuld und Vergebung, über Wahrheit, die frei macht und über die heilende Liebe Gottes – eingebunden in einer Geschichte mit gekonnt beschriebenem Schauplatz, interessanten Charakteren und einer fesselnden Handlung.

Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung!

Lujoma, 16.09.2020

Cadi sucht den "Sühnemann"

Ca. 1850: in einem abgeschiedenen Tal der Appalachen leben schottische Einwanderer, unter ihnen auch die zehnjährige Cadi mit ihrer Familie. Das kleine Dorf hat kaum Kontakte zur Außenwelt und man lebt dort noch viele alte Bräuche. So wird zu jeder Beerdigung der „Sühnemann“ gerufen, damit er alle Schuld des Verstorbenen auf sich nimmt. Cadi ist neugierig, stellt immer viele Fragen, aber sie trägt auch schon eine schwere Schuld. Sie glaubt, der „Sühnemann“ könnte ihr helfen und so macht sie sich auf die Suche…

Ich kenne schon andere Romane von Francine Rivers und hatte mich sehr auf das neue Buch gefreut. Leider lässt es mich mit sehr zwiespältigen Gefühlen zurück. Da ist einerseits der gut lesbare Schreibstil mit detaillierten Beschreibungen von Personen und Natur. Der Spannungsbogen ist bis zum Ende sehr hoch und man erlebt immer wieder überraschende Wendungen. Auch die Hauptperson Cadi mochte ich gern. Sie ist so jung und trägt so schwer an einer Sache, für die sie eigentlich nichts kann. Ebenso mochte ich die alte Miz Elda, Bletsung, die allein am Rande des Berges lebt und Fagan, mit dem Cadi viel Zeit verbringt.

Das Cover gefällt mir eigentlich gut, das Mädchen auf der Sommerwiese vermittelt allerdings eine Leichtigkeit, die sich im Roman nicht finden lässt.

Was mir nicht gefiel, ist die düstere Grundstimmung: ein hartes Leben, viel Aberglaube und nie ein Lachen. Als ein Evangelist ins Tal kommt und lautstark Bibeltexte zitiert, spitzt sich die Situation schnell zu. Manche Szene wirkte dann auch mich sehr konstruiert…

Fazit:

„Ein verzehrendes Geheimnis“ ist ein historischer, christlicher Roman über Aberglaube, Schuld und Vergebung. Meine Zwiespältigkeit findet in nur 3 Sternen ihren Ausdruck.

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