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Wie ein Esel für Gottvertrauen sorgt

„Manchen schickt Gott einen Engel, mir schickte er einen Esel.“ Auf sehr charmante und zutiefst ehrliche Art und Weise erzählt Rachel Anne Ridge die wahre Geschichte ihrer Familie. Inmitten einer tiefen Krise erleben sie durch einen zugelaufenen und stark mitgenommenen Esel, dass Gott sie nicht im Stich lässt. Lesen Sie hier ein Interview mit der Autorin.

Was hat dich dazu bewogen, über den Esel Flash zu schreiben?

Flash ist so ein bezauberndes, liebenswertes Tier, wie könnte ich nicht über ihn schreiben? Im Ernst, irgendwann begann ich, all den hingekritzelten Anmerkungen und Beobachtungen in meinem Tagebuch Aufmerksamkeit zu schenken ... Dinge, die mir immer klarer wurden. Ich sah Flash immer mehr als Gegenstand meines eigenen Lernens! Ich bin ein visueller Lerner, und Gott sorgt dafür, mich auf diese Weise mit den Dingen zu verbinden. Als ich auf meinem Blog über Flash schrieb und von den Lesern viel Resonanz kam, wurde mir klar, dass er der Auslöser für ein Buch sein würde.

Du erwähnst in deinem Buch, dass du als Missionarskind in Mexiko aufgewachsen bist. Wie sah deine Kindheit aus und wie hat dich diese Zeit geprägt?

Als Missionarskind aufzuwachsen hat mich darauf vorbereitet, für neue Erfahrungen offen zu sein. Ich liebte die farbenprächtige Kultur, mit der ich konfrontiert war – die Menschen und die Sprache halfen mir, einen einfacheren Lebensstil wertzuschätzen als den, den wir normalerweise in den Vereinigten Staaten kennen. Ich glaube, ich habe mich immer danach gesehnt, dies mit meiner eigenen Familie nachzuleben. Das Leben im Ausland hat meine Eltern dahingehend geprägt, Unterbrechungen als Möglichkeiten und Unannehmlichkeiten als Gelegenheiten für das Wirken Gottes zu sehen. Ich bin ihnen für dieses Beispiel zutiefst dankbar. Ich hätte die Lektionen, die Flash mir beibrachte, ohne diese Erwartungshaltung sehr leicht übersehen können.

Esel werden oft als störrisch und widerspenstig abgestempelt. Doch Flash scheint beinahe sofort das Herz aller Menschen zu erobern, die auf ihn treffen. Warum reagieren wir so auf ihn?

Ich finde, dass Esel besonders liebenswerte Geschöpfe sind! Zuallererst: Sie sind einfach süß! Diese Ohren! Diese Nase! Zudem strahlen sie eine gewisse Demut und Freundlichkeit aus, die für Menschen attraktiv ist. Sie sind extrem sozial und treu, zwei Eigenschaften, die für gute Beziehungen jeder Art entscheidend sind. Flash verfügt über eine große Persönlichkeit, auf die Menschen reagieren, und seine Abenteuer bringen alle dazu „Ohhhh“ auszurufen.
Was den Stereotyp der „Sturheit“ betrifft, so sind wir Eselbesitzer da sehr empfindlich. Wir versuchen, andere darüber aufzuklären. Esel sind nicht wirklich stur – sie sind von Natur aus vorsichtig und zögern beziehungsweise verweigern etwas, das sie verunsichert. Pferde stürzen vor einer beängstigenden Situation davon, Esel halten an und denken darüber nach. Sie müssen ihrem Besitzer oder dem, der sie führt, vertrauen, um das zu tun, was man von ihnen erwartet. Zu oft ist ein Eselführer frustriert und misshandelt den Esel, wodurch gerade Misstrauen geschürt und der Mythos des „sturen“ Esels genährt wird.

Du schreibst von einem Kunstlehrer, der dich als junges Mädchen entmutigt hat, so dass du Jahre brauchtest, um dein künstlerisches Talent zu entfalten. Inwiefern hat diese Erfahrung dich verändert? Wenn du diesem Lehrer heute begegnen würdest, was würdest du ihm sagen? Hat diese Erfahrung die Art und Weise beeinflusst, wie du deine Kinder angeleitet hast, ihre Gaben zu entdecken?

Was für ein trauriger Moment das damals war! Wenn ich jetzt zurückblicke, kann ich es mir nur so erklären, dass der Lehrer irgendwelche Sorgen hatte oder ich ihn in einem ungünstigen Moment erwischt hatte. Das Ganze hatte auf mich als Jugendliche einen unbeabsichtigten, sehr negativen Einfluss. Ich hege heute keinen Groll gegen diesen Mann, und ihm irgendetwas zu sagen, würde die Vergangenheit nicht ändern.
Doch diese Erfahrung hat in mir das Bewusstsein dafür geschärft, dass Worte eine große Macht besitzen, und ich habe immer versucht, meine eigenen Kinder zu bestärken, als sie ihre Interessen entdeckten. Jeder von ihnen hat heute seine Nische gefunden!

Seit Flash zu eurer Familie gehört, hast du viel über die Bedeutung und den sozialen Wert von Eseln gelernt, insbesondere in Entwicklungsländern. Was genau?

Flash hat mir die Augen dafür geöffnet, dass Esel noch immer eine große Bedeutung in der Welt haben, und es gibt einen enormen Bedarf an Rettung und Fürsorge für sie. In den USA leben wir in einer sehr modernen Gesellschaft, in der ein Esel nur ganz selten als Hausstier oder als Nutztier berücksichtigt wird. Doch es gibt mehr als fünfzig Millionen Esel weltweit, die Familien und ganze Gemeinschaften erhalten.

Organisationen wie Samaritan’s Purse (Anmerkung: Partnerorganisation von Geschenke der Hoffnung) liefern Esel (und andere Nutztiere) an Familien in ländlichen Gegenden, die von ihnen abhängig sind, insbesondere in Lateinamerika, Afrika und Asien. Esel können Pflüge und Waggons ziehen, Waren befördern, Wasser tragen und Transportdienste leisten. Sie machen einen gewaltigen Unterschied im wirtschaftlichen Leben der Menschen, denn mit ihrer Hilfe können sie ihren Lebensunterhalt verdienen und eine Zukunft für sich und ihre Kinder aufbauen. Das begeistert mich.

Du schilderst mit großer Offenheit, wie du die Furcht vor dem Risiko, neue Gelegenheiten einzugehen, überwunden hast. Was tun du zurzeit, woran du vor Flashs Auftauchen in deinem Leben nicht im Traum gedacht hättest?

Nun, zum Beispiel habe ich ein Buch über einen Esel geschrieben! Flash hat mich gelehrt, dass meine „zweiundsechzig Chromosome“ genug sind, um mich „mit Pferden rennen“ zu lassen. Ich muss oft an diesen Satz denken, besonders, wenn ich mit Projekten und Gelegenheiten konfrontiert werde, die mir Angst machen, zum Beispiel vor eine Gruppezu sprechen. Es ist nicht leicht, sich der Furcht zu stellen, aber es lohnt sich.

Die Geschichte Flashs umfasst auch einige schwierige und turbulente Zeiten deiner Familie. Gibt es einen speziellen Bibelvers, der dir in dieser Zeite Kraft gegeben hat?

Egal, was passiert, irgendwie komme ich immer wieder zu Psalm 90,17 zurück. Es ist für mich der Vers meines Lebens geworden: „Die Freundlichkeit des Herrn, unseres Gottes, sei über uns und festige über uns das Werk unserer Hände! Ja, das Werk unserer Hände, festige du es!“ (ELB)
Ich habe einen riesigen Ausdruck dieses Verses für unser Wohnzimmer kreiert, damit wir ihn jeden Tag sehen können. Es war und ist mein Gebet für unsere Tage – dass wir Gottes Freundlichkeit und Gunst erleben und dass er das Werk unserer Hände in seine Hände nimmt und etwas Gutes daraus macht. Manchmal konnte ich mitten in meinen Kämpfen nichts anderes tun, als diesen Vers „wie ein Gebet zu atmen“, und ich glaube, Gott war treu und hat darauf geantwortet.



Worum geht es deiner Meinung nach in Flashs Geschichte hauptsächlich?

Ich glaube, dass die Geschichte von Flash, meinem zottigen, streunenden Esel und die Geschichte unserer Familie, die ihn aufgenommen hat, eine Geschichte davon ist, wie sich Gott im Leben jedes einzelnen auf unerwartete Weise zeigt. Es geht darum, sich bewusst zu machen, dass die Weisheit „auf den Straßen schreit“, wie es in Sprüche 1,20 ausgedrückt wird, und dass wir lernen müssen, zuzuhören.
Die meisten von uns versäumen die Tatsache, dass Gott sich nach uns ausstreckt, weil wir auf große Lichtstrahlen und Engelschöre warten, die uns etwas Großartiges verkündigen. Wir vergessen, die täglichen Unterbrechungen, die gewöhnlichen Vorkommnisse und die Aufgaben, denen wir nachgehen, als Gelegenheiten zu sehen, Gottes Liebe und Fürsorge zu erfahren. Ich hoffe, dass alle, die dieses Buch lesen, ihr Leben neu betrachten und sehen können, dass die „Esel“, die sich ihnen in den Weg stellen, tatsächlich verborgene, außergewöhnliche Geschenke sind.

Was gibt es Neues von Flash, seit du das Buch geschrieben hast?

Ich bin so froh, erzählen zu können, dass Flash einen neuen Freund hat – Henderson (genannt Henry). Er ist ein bezaubernder Miniesel, den wir letztes Jahr adoptiert haben. Er und Flash machen alles gemeinsam und wetteifern um Aufmerksamkeit (und Leckerchen) und genießen die Gesellschaft des jeweils anderen. Es macht wirklich Spaß, ihnen zuzuschauen!


© Gerth Medien 2018

 Hier wartet eine Leseprobe auf Sie!

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