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INFOS
Interview mit Dania König

Gottes Gnade ist der beste Seelenblütendünger

Dania Königs große Leidenschaft ist es, Wunder in Worte zu verpacken. Sie liebt Bücher, Musik, die Stille und das Meer, aber auch ihr abenteuerliches Familienleben und ihren Garten.

 

Dania König (c) Dino Soldo

Einen Garten, indem es wächst, sprießt, grünt und blüht. Der die Jahreszeiten kennt – und mit allem etwas anfangen kann. Einen Garten, der ein Sinnbild für das eigene Leben ist. Und der auch in ihrem neuen Buch Deine Seele will blühen eine Rolle spielt.

Liebe Dania, wie sind die Geschichten in deinem Buch entstanden?
Ich bin jemand, der sich gerne mit den kleinen Dingen beschäftigt, mit denen, die unter der Oberfläche liegen. Die man beim Vorbeigehen übersieht. Die vielleicht ungehört im Hintergrund ablaufen. Die aber genauso zum Leben dazugehören wie die großen, wichtigen Dinge. Irgendwann habe ich begonnen, diese Dinge aufzuschreiben, zuerst als Tagebuch, dann als Blog-Versuch. Über die Jahre sind viele Texte und Geschichten entstanden, und schließlich ist mit der Hilfe einiger toller Menschen mein erstes Buch daraus geworden, was mich unheimlich glücklich macht!

Was ist das Wunderbare am Alltäglichen?
Letzte Woche kam mein Sohn aus der Schule nach Hause und platze noch in der Tür laut und fröhlich heraus: „Mama, es ist SOO SCHÖÖN, am Leben zu sein.“ DAS ist das Wunderbare. Dass wir am Leben sind. Dass unser Körper automatisch zu atmen weiß, dass unsere Organe funktionieren, ohne dass wir darüber nachdenken müssten. Dass die Erde sich dreht, die Jahreszeiten sich abwechseln, die Sonne scheint, die Bäume unsere Atemluft machen, dass die Wolken ziehen, die Ameisen krabbeln. Dass mein Kind mich anlächelt, dass ich für frisches Wasser nur meinen Wasserhahn aufdrehen muss. Dass es Himbeeren, Katzen, Bücher und Musik gibt, Freundschaft und Lächeln, Vergebung und Neuanfänge, Verbundenheit und Mitgefühl, Freude und Licht.

Was hast du von deinen Kindern über Gott gelernt?
Ihn an Plätzen zu entdecken, wo ich ihn nicht vermutet hätte. Manchmal denke ich, dass Kinder noch etwas näher am Himmel dran sind als wir Großen, die alles erklärt haben wollen und praktisch und rational denken. Meine Kinder lehren mich immer wieder das Staunen und die Hingabe. Beides ist unverzichtbar, um Güte, Wahrheit und Schönheit zu entdecken und erfahren.

Kann man kindliches Staunen wieder lernen? Wenn ja, wie?
Ja, ich bin davon überzeugt, dass man es wieder lernen kann. Es gehört aber eine Portion Mut dazu, denn wir müssen dazu unser eigenes Ego loslassen, das sich uns immer wieder gerne in den Weg stellt. Unser Ego möchte Recht haben, Dinge einordnen, Erklärungen finden, Erfahrungen rationalisieren und in Schubladen stecken. Es hilft, wenn wir manchmal, wie Rainer Maria Rilke so schön sagt, einfach „die Fragen leben“.

Und es hilft, uns für das Wunder bereit zu machen: Denn wie wir innerlich gestimmt sind, bestimmt weitestgehend, wie wir etwas wahrnehmen. Ob uns eine Ameise glücklich oder ärgerlich macht, ist ein Spiegelreflex unseres momentanes Bewusstseinszustandes. Die Ameise ist nur der Auslöser für das, was wir in ihr sehen. Sehr oft jedoch sehen wir leider gar nichts, weder Glück noch Ärger, sondern operieren per Autopilot ...

In welchen Situationen fühlst du dich Gott besonders nah?
Wenn ich NICHT per Autopilot operiere. Wenn ich mir bewusst mache, welches Glück es ist, am Leben zu sein, die Menschen lieben zu dürfen, die da um mich sind, und die Dinge tun zu können, die ich tun kann. Wenn ich erkenne, wie verbunden ich mit anderen bin, welche Erfahrungen wir teilen. Wenn ich die Wunder um mich herum auch wirklich als solche wahrnehme. Wenn ich nach arbeitsreichen Tagen abends im Bett meinem Atem nachspüre, mein Werten und Denken aufgeben kann und mich in Gottes Hand fallenlasse.
 
Was kann unsere Seele davon abhalten, aufzublühen – und was würdest du sagen, ist der perfekte „Dünger“, damit sie zur vollen Blüte gelangt?
Ich glaube, dass das, was uns oft niederdrückt, unser eigenes Perfektionsdenken ist. Wir bewerten uns und andere, versuchen, alles richtig zu machen, allen Erwartungen zu entsprechen, alle Rollen auszufüllen, und haben einen ähnlich strengen Blick auf unsere Partner, Kinder, Kollegen wie auf uns selbst. Mein Lieblingswort in diesem Zusammenhang ist GNADE. Gnade mit uns selbst, Gnade mit anderen. Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung sind laut Bibel (Galater 5, 22-23; NL) die Früchte eines wertvollen Lebens. Die sind zumeist recht schwierig vereinbar mit dem, was ich oben zum Stichwort „Perfektion“ gesagt habe.


Wenn ich merke, dass diese Früchte nicht wachsen können, dass das Bewerten, Hetzen, Richtigmachen und Stressen im Vordergrund steht, dann erinnere ich mich an die Gnade, die in jedem Moment auf mich wartet. Gnade sagt: „Du bist genug.“ Gnade sagt: „Streu du den Samen aus, und dann schau zu, was ich wachsen lasse!“ Gnade sagt: „Ich bin bei dir. Immer. Egal, wie du dich fühlst, und egal, was du durchmachst.“ Gnade sagt: „Atme auf. Du darfst dich auf mich verlassen.“ Dieses Loslassen des eigenen Egos, dieses Sich-Verlassen, wortwörtlich „sich verlassen“, um sich an der Gnade Gottes festzuhalten, das ist für mich persönlich der beste Seelenblütendünger.

Wenn deine Seele eine echte Blume wäre, welche wäre sie und warum?
Ich glaube, ich wäre gern eine Wilde Malve. Sie gehört zu den ältesten bekannten Nutzpflanzen, lindert viele Leiden, verträgt Trockenheit und ist winterhart. Außerdem reichen ihre Wurzeln bis zu zwei Metern tief, sodass sie trockene Böden auflockert. Das alles will ich auch gern: helfen, heilen, guttun, schweren Zeiten standhalten und vor allem: Hartes und Verkrustetes auflockern, das Starre wieder beweglich machen, Luft und Licht dahin bringen, wo es dunkel und eng ist. Und all das am besten zusammen mit den vielen anderen wilden Malven da draußen!

Schnuppern Sie doch gleich mal rein. Hier wartet eine Leseprobe.



 

 

 

 

 

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