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INFOS

2012/2 - Andrea Adams-Frey

Auserwählt

Ich war Ende Januar zu stillen Tagen im Kloster. Dort stieß ich auf ein Buch von Henri Nouwen: „Zeig mir den Weg“. Ein Begleiter für die Fasten- und Osterzeit.

In der Einleitung las ich: „Zum Weg durch die Fastenzeit gehört neben dem ‚Ablegen der Werke der Finsternis‘ und dem ‚Anziehen der Werke des Lichts‘ die täglich erneuernde Einübung in das Gebet.“ Das brachte eine Seite in mir zum Klingen. Innerhalb der Stille und in der Abgeschiedenheit von all der Aufregung und dem Termindruck, den die Produktion unserer neuen CD mit sich gebracht hatte; all den nach Antwort schreienden E-Mails und dem sonstigen Alltagsstress wurde eine Frage in mir laut: „Wie könnte ich ein besserer Mensch werden?“ Eine Frau nach dem Herzen Gottes.

Verzweiflung machte sich breit, weil ich einfach zu alt bin, um mir noch etwas vorzumachen.

Genau hier hinein kam in einem Impuls von Manfred Lanz eine erlösende Antwort: Es geht als Erstes darum, wer ich bin, und nicht darum, was ich tue. Wer bin ich in Christus? In Kolosser 3,12 sagt Paulus: Wir sind die Auserwählten, die Heiligen und die Geliebten! Wir sind es bereits und dürfen in dieses Wesen hineinwachsen. Je mehr ich diese Wahrheit in mein Herz aufnehme und aus ihr heraus lebe, umso mehr werde ich von innen heraus verändert. Je mehr Liebe ich aufnehme, umso mehr Liebe kann ich geben. Je mehr ich mich gesehen weiß, umso mehr kann ich auch andere sehen. Je mehr ich mir der Barmherzigkeit Gottes für mich bewusst bin, umso barmherziger kann ich mit anderen umgehen. Von innen nach außen. Vom Sein ins Tun.

Das hat mich sehr berührt, obwohl ich das natürlich alles schon weiß – mein Kopf zumindest. Hatten wir nicht mal eine CD zu dem Thema gemacht???  („Zuerst geliebt“) Nutzen wir doch gemeinsam die Fasten- und Osterzeit, um ganz viel von dieser Wahrheit, wer wir sind, in uns aufzunehmen. Lassen wir uns ansehen und lieb haben von unserem Vater, der sich so sehr freut, wenn wir zu ihm kommen. Nur er kann uns sagen, wer wir sind.