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INFOS

2018/3 – Mia Friesen

Der goldene Käfig

(c) Timo Scheven

Das Thema begleitet mich schon mein ganzes Leben: dieser Druck, perfekt sein zu müssen. Den haben mir allerdings nicht meine Eltern gemacht, obwohl ich als Pastorenkind groß geworden bin, sondern allein ich selbst. Und ich frage mich: Woher kommt der Drang, alles richtig machen zu müssen? Und wie kann ich es mir und meinen Kindern ersparen, dass sich das Leben wie im goldenen Käfig anfühlt?

Eine Sache, die sich nur schwer überwinden lässt, ist der perfekte Schein, den ich nach außen gern wahren möchte – damit die anderen eine gute Meinung von mir haben. Aber noch mehr als das belastet mich der Gedanke, was Jesus wohl über mich und meine Schwächen denkt. Oft kämpfe ich dann mit Komplexen und Schuldgefühlen und fühle mich wertlos. In solchen Situationen helfen mir Gedanken, die mir dann den Weg zur Wahrheit erleuchten; Sätze, die ich sehr ermutigend finde:

Erstens: Jesus hat ganz und gar nicht in einem goldenen Käfig gelebt. Er war völlig frei von irgendwelchem Druck, und ich sehe in vielen Geschichten, dass es ihm überhaupt nicht wichtig war, was die Frommen über ihn dachten. Zweitens: Jesus suchte sich nie die perfekten Menschen aus. Selbst beim letzten Abendmahl mit seinen Jüngern schickte er niemanden weg. Weder Petrus, der ihn kurz darauf verleugnete, noch die, die wie kleine Jungs darum stritten, wer der Größte unter ihnen wäre. Und auch Judas, von dem Jesus wusste, dass dieser ihn nur wenige Stunden später verraten würde, war bis zuletzt Teil seiner engsten Freunde.

Das macht mir Mut, darauf zu vertrauen, dass Jesus mich mit meinen Fehlern und meinem Versagen auch niemals wegschicken wird. Er liebt mich so sehr und hat aein Leben für mich gegeben, damit meine Schuld und meine Schwächen mich nie mehr von Gott trennen können.

© Der christliche Club 2018