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Der Stoff, aus dem die Schlösser sind

Der Wiederaufbau des Berliner Schlosses. Wie Wilhelm von Boddien eine verrückte Idee wahr machte.

Es begann mit einer "aberwitzigen Idee": Ende der 50er-Jahre steht Wilhelm von Boddien auf dem großen, leeren Aufmarschplatz der DDR in Berlin, wo einst das Schloss stand. Und da wird seine Vision geboren: Das Berliner Schloss muss wieder aufgebaut werden!

Der Landmaschinenhändler wird zum Schlossexperten, Initiator und unermüdlichen Spendensammler für den Wiederaufbau der originalgetreuen Schlossfassade. Immer im Kampf gegen Spötter, Rückschläge und die langsam mahlenden bürokratischen Mühlen der Berliner Politik.

2020 wird von Boddiens "verrückte" Vision Wirklichkeit und das Schloss steht wieder im Herzen der Museumsinsel. Als Humboldt Forum nun ein Ort der Aufklärung und der Achtung der Kulturen sowie ein spannendes Veranstaltungszentrum.

Spannend wie ein Krimi erzählt dieses Buch von dem Mann hinter der Wiederauferstehung des Schlosses und vom unglaublichen Erfolg einer leidenschaftlichen Bürgerbewegung.
  • Nr. 835275
  • · Gebunden, durchgehend farbig, 21 x 21 cm, 160 Seiten
  • · 10/2020
  • · adeo
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19,90
Veronika Zickendraht
The Stuff Castles Are Made Of
Nr. 835282
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mabuerele, 10.11.2020

„...Wilhelm von Boddien, das ist eine erstaunliche Mischung aus störrischer Nervensäge und selbstbewusster Heiterkeit, aus schier unerschöpflicher Beharrlichkeit und einer nimmer müden Beredsamkeit, die alles andere ist als norddeutsch...“

Dieser Satz stammt aus dem Vorwort zum Buch von Dr. h. c. Wolfgang Thierse. Damit kennzeichnet er den Mann, dem es Berlin zu verdanken hat, dass das Stadtschloss als Teil des Humboldtforum wieder aufgebaut wurde.

In diesem Sachbuch lässt mich die Autorin teilnehmen am Kampf von Wilhelm von Boddien um das Schloss. Er hat sich damit einen Lebenstraum erfüllt, der für viele Jahre als unmöglich galt. Die Autorin schildert die Widerstände und die einzelnen Etappen, die letztendlich zur Entscheidung führten. Dabei wird die Hartnäckigkeit und Zielstrebigkeit des Wilhelm von Boddien deutlich. Er sucht sich Verbündete und plant sein Vorgehen akribisch.

„...Die Kunst, Kompromisse zu schließen, beherrscht er meisterhaft...“

Auch ein Rückblick auf die Schlossgeschichte fehlt nicht. Viele Namen sind mit dem Bau verbunden. Der Bekannteste dürfte der Baumeister Andreas Schlüter sein. Die Sprengung des Schlosses 1950 führte selbst bei russischen Kulturoffizieren zu Unverständnis. Allerdings sorgte man zuvor dafür, dass das Schloss und seine Einzelteile fotografiert und manche Elemente abgebaut und eingelagert wurden. Das sollte sich bei der Rekonstruktion als ein Segen erweisen.

Einige der Persönlichkeiten, die sich mit der Schlossgeschichte befasst hatten, äußern sich im Buch und erzählen von ihrer Begegnung mit von Boddien. Professor Dr. Goerd Peschken erinnert sich:

„...Es stimmt, Boddien hat eine kaufmännische Härte, die man hier nicht kennt. Wenn man in Hamburg wohlhabend wurde, verfügt man über diese Härte. Anders als in unserer molligen Gehorsamsgesellschaft...“

Detailgenau darf ich den Fortschritt beim Bau verfolgen. Neben allen anderen Punkten werden auch zwei tragende Säulen beleuchtet, die von Boddien Kraft in seinem Tun gaben. Das ist zum einen sein Glaube, zum anderen der Rückhalt und die Unterstützung seiner Familie.

Die letzten Kapitel fassen die baulichen und technischen Parameter des Schlosses zusammen.

Der Schriftstil lässt sich angenehm lesen. Die Geschichte trägt eine latente Spannung in sich, weil jeder Schritt ein Kampf gegen Vorurteile und Widerstände ist.

Die persönlichen Äußerungen der Protagonisten werden kursiv wiedergegeben. Vielfältige Zeitungsausschnitte belegen das Geschehen.

Besonders beeindruckend sind die Fotos, die das alte Schloss dem neuen gegenüberstellen. Nicht zuletzt zeigen die Fotos auch, wie sich das Schloss als Gesamtkunstwerk in die historischen Mitte Berlins einfügt.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es zeigt, was mit Beharrlichkeit, Zielstrebigkeit und den richtigen Begleitern möglich ist.

Jay Daizy, 12.11.2020

"Es begann mit einer "aberwitzigen Idee": Ende der 50er-Jahre steht Wilhelm von Boddien auf dem großen, leeren Aufmarschplatz der DDR in Berlin, wo einst das Schloss stand. Und da wird seine Vision geboren: Das Berliner Schloss muss wieder aufgebaut werden!

Der Landmaschinenhändler wird zum Schlossexperten, Initiator und unermüdlichen Spendensammler für den Wiederaufbau der originalgetreuen Schlossfassade. Immer im Kampf gegen Spötter, Rückschläge und die langsam mahlenden bürokratischen Mühlen der Berliner Politik."

In Berlin dauert alles ja bekanntlich etwas länger. Gut Ding will Weile haben. Und obwohl uns 2020 durchaus als ein schwieriges Jahr in Erinnerung bleiben wird, gab es auch Erfolgserlebnisse zu verzeichnen. So eröffnete im Oktober nicht nur der Berliner Flughafen, nein, es steht im Dezember auch die Eröffnung einer weiteren 644 Millionen schweren Dauerbaustelle im Kalender: Das Humbold Forum im wiederaufgebauten Berliner Schloss soll für das Publikum geöffnet werden.

Den ersten Kontakt mit dem Schloss hatte ich als es das Schloss gar nicht mehr gab. Noch heute erinnere ich mich an das Drama um den Abriss des Palastes der Republik. Die nicht endenwollenden kontroversen Debatten um die Nutzung, des wegen Asbest geschlossenen Gebäudes haben mich damals sehr beschäftigt. Und ehrlich gesagt, war ich etwas wehmütig als "Erichs Lampenladen" schließlich abgerissen wurde. Das ich es danach nicht ein einziges Mal in die Humboldt-Box geschafft habe, lässt tief blicken.

Um so mehr freue ich mich heute darüber, dass Buch "Der Stoff, aus dem die Schlösser sind" von Veronika Zickendraht in den Händen halten zu dürfen. Es geht darin nicht nur um den Wiederaufbau des Berliner Schlosses, sondern vor allem darum, wie Wilhelm von Boddien (s)eine verrückte Idee wahrmachte. Wie er unermüdlich gegen Windmühlen ankämpfte, 105 Millionen Euro Spenden für die Fassade sammelte und seinen Traum, der von vielen als vollkommen absurd abgelehnt wurde, tatsächlich in die Tat umsetzte.

Wie sagte Wolfgang Thierse so schön: "Sein Versprechen – damals von nicht wenigen des Größenwahnsinns oder mindestens des Leichtsinns verdächtigt – hat er eingelöst."

Und mit dieser Veröffentlichung wird die Geschichte, der Bau und die Zukunft des Stadtschlosses und die des Humboldt Forums für uns als Leser zugänglich, nachvollziehbar und begreiflich.

Tatsächlich hatte ich als zugezogener Berliner große Wissenslücken, die ich jetzt schließen konnte. Und eins sei verraten: Das Buch ist kein stupides, trockenes Sachbuch, sondern hat mich wirklich mitgerissen. Ich konnte es gar nicht aus der Hand legen.

Deshalb möchte ich es jedem Berliner und Nichtberliner ans Herz legen. Sei es für sich selbst oder als Geschenk. Denn Dank der begleitenden alten, historischen und neuen Fotografien ist es ein richtiges geschichtliches, und für alle verständliches, Kleinod.

Das Buch ist als Hardcover im quadratischen Format im September 2020 im ADEO Verlag erschienen. Es ist hochwertig verarbeitet und hat eine Vielzahl wunderschöner Abbildungen. Fotos zeigen neben dem ehemaligen Schloss, den Palast der Republik als "Zwischenbebauung" und insbesondere den Wiederaufbau. Ich mag ganz besonders die vielen detailverliebten Handwerkerfotos.

Neben der Schlossgeschichte erfährt der Leser viele interessante Details vom ersten Keim eines Traums, der Boddien sicher viele schlaflose Nächte kostete und der nach vielen harten Jahren nun endlich Wirklichkeit wird. Und natürlich nimmt die Autorin auch das neue Humboldt Forum ins Visier. Wird es den Strapazen gerecht und wird es wie geplant ein Ort der Wissenschaft und der Kultur, ein Raum für Vielstimmigkeit, Austausch und Diversität werden können? Ich bin gespannt.

Fazit:

Ein liebevoll und detailverliebtes Buch (nicht nur) über den Wiederaufbau des Berliner Schosses. Mit vielen spannenden Hintergrundinfomationen und einem für ein Sachbuch erzählenden Schreibstil. Meine absolute Leseempfehlung!

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